Der Regisseur Volker Schlöndorff schaut während des Photocalls zu seinem Film "Rückkehr nach Montauk" am 15.02.2017 während der 67. Berlinale in die Kameras (Quelle: imago)

Siebter Tag der Berlinale - Hommage an Max Frisch im Bären-Rennen

Als dritter und letzter Deutscher ist Volker Schlöndorff am Dienstag ins Bären-Rennen gestartet. Sein Liebesdrama "Rückkehr nach Montauk" ist eine Hommage an seinen alten Freund Max Frisch. Ethan Hawke hat es dagegen nicht nach Berlin geschafft, wurde aber in Abwesenheit hoch gelobt.  

Kein Land schickt in diesem Jahr so viele Bären-Kandidaten in den Berlinale-Wettbewerb wie Gastgeber Deutschland. Als dritter und letzter Bären-Kandidat ist am Dienstag der Regisseur Volker Schlöndorff mit seinem Film "Rückkehr nach Montauk" in das Rennen um den Goldenen und die Silbernen Bären gestartet.

Schriftsteller Max Zorn (Stellan Skarsgård) reist zur Buchpremiere seines Romans nach New York, wo ihn seine derzeitige Freundin erwartet. Doch der persönliche Roman handelt vom Scheitern einer großen Liebe. Der Autor wird in New Yor auch die Frau von damals, Rebecca (Nina Hoss), wiedersehen und ein Wochenende in Montauk mit ihr verbringen. Hier denken die beiden darüber nach, wie ein gemeinsam verbrachtes Leben hätte aussehen können.

Skarsgård sagt per SMS zu

Schlöndorffs Film ist eine Hommage an Max Frischs Erzählung "Montauk". "Jeder kann ihm ein Werk widmen - ob er begabt ist oder nicht", kommentierte Schlöndorff die Widmung an seinen langjährigen Freund Max Frisch vor Journalisten. Auf die Frage, ob Frisch diese Widmung gefallen hätte, antwortete der 77-Jährige etwas ratlos und ausweichend. Er sehe aber Parallelen zwischen den Überlegungen seiner Hauptfigur Max Zorn und Dingen, die Frisch ihm mal in Gesprächen erzählt hat.

Die Zusage von Stellan Skarsgård erhielt der deutsche Filmemacher per SMS: "Der Film wird zwar kein Popcorn verkaufen, ist aber genau mein Ding", schrieb Skarsgård an Schlöndorff. Als er dem Darsteller eine Auswahl von möglichen Darstellerinnen vorgelegt habe, habe dieser sich gleich für Nina Hoss entschieden, erzählte der Regisseur weiter. Schlöndorffs Antwort: "Gut - die haben wir nämlich." Nina Hoss hat bereits einen Silbernen Bären im Regal stehen: 2007 erhielt sie für ihre Hauptrolle in "Yella" (von Christian Petzold) die Trophäe.

Gelächter auf dem roten Teppich

Finanzierung per Handschlag

Mitfinanziert hat Schlöndorffs neuen Film der Schauspieler und Produzent Til Schweiger. Dem Projekt drohte eine bis zu sechsmonatige Verschiebung, weil die Finanzierung noch nicht komplett war, erzählte Volker Schlöndorff zuvor in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. "Dann traf ich irgendwie zufällig Til Schweiger und erzählte ihm davon. Und er sagte mir, ohne dass wir uns kannten, per Handschlag zu: Du hast Deine Finanzierung."

Den rbb|24-Kritiker Fabian Wallmeier hat der Film allerdings nicht überzeugt. "Max Frischs "Montauk" ist Volker Schlöndorffs filmische Anlehnung himmelweit überlegen", so sein Fazit. Dem Film fehle es an emotionaler Tiefe.

Ethan Hawke und Sally Hawkins in "Maudie"

Abseits des des Wettbewerbs hatte sich ursprünglich der Hollywood-Schauspieler Ethan Hawke angekündigt. Doch aktuelle Dreharbeiten hinderten ihn an einer Reise nach Berlin. Stattdessen präsentierte die britische Schauspielerin Sally Hawkins zusammen mit Regisseurin Aisling Walsh in der Sektion Berlinale Special den Film "Maudie".

Aisling Walsh erzählt die Lebensgeschichte der Malerin Maud Lewis (Sally Hawkins), die seit ihrer Kindheit unter einer schweren Form von Arthritis leidet. Um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können, arbeitet Maud Lewis als Haushälterin für den Junggesellen Everett Lewis (Ethan Hawke). Dank seiner Hilfe kann sie dann aber ihre Karriere als Künstlerin verwirklichen.

Ethan Hawke und Sally Hawkins in "Maudie"

Bewunderung für Ethan Hawke

"Ich hätte mich nicht glücklicher schätzen können, mit Ethan zusammenzuarbeiten", so Schauspielerin Sally Hawkins bei der Pressekonferenz zum Film über die Zusammenarbeit mit ihrem Schauspielkollegen. "Er ist ein bisschen wie ein Genie." Auch hätten sie beide die gleiche Art gehabt, sich an ihre Rollen heranzuarbeiten. Um die körperliche Versehrtheit der Malerin darzustellen, habe sie sich sehr intensiv auf die Rolle vorbereitet, so Hawkins weiter. Ihre körperliche Einschränkung habe aber gleichzeitig keine zu große Rolle spielen sollen. "Es ist nur eine Facette von Maudie, die eine sehr außergewöhnliche Frau war", so Hawkins.

Sally Hawkins gewann 2008 in Berlin für ihre Darstellung in "Happy-Go-Lucky" den Silbernen Bären. Die Berlinale sei das erste Festival gewesen, auf dem sie je war, erinnerte sie sich am Mittwoch. "Ich trage sie in meinem Herzen", so Hawkins. Hier spüre man, dass es eine Leidenschaft für Filme gibt und es nicht nur ums Geschäft gehe.

Tagesübersicht Wettbewerb

  • Mittwoch, den 15. Februar

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