67. Internationale Filmfestspiele in Berlin, 10.02.2017, Photocall «The Dinner»: Der Schauspieler Richard Gere mit einer Mitarbeiterin der Berlinale (Quelle: dpa/Kay Nietfeld)
Video: 10.02.2017 | Berlinale Studio

Zweiter Berlinale-Tag - Gere macht's gut, Boyle macht's besser

Richard Gere war der größte Name dieses zweiten Berlinale-Tages: Am Freitag stellte er den Thriller "The Dinner" vor und kritisierte dabei deutlich Donald Trump. Sein Film wurde mäßig beurteilt - ganz im Gegensatz zu Danny Boyles frischem "Trainspotting"-Nachfolger.

Nach der feierlichen Eröffnung mit dem Wettbewerbsfilm "Django" ist die Berlinale am Freitag richtig durchgestartet. Dabei hatte der zweite Festival-Tag etwas mehr Hollywood-Glamour auf dem roten Teppich zu bieten. Der US-Schauspieler Richard Gere stellte seinen neuen Film "The Dinner" vor. An seiner Seite spielt Laura Linney ("Nocturnal Animals") - beide Stars kamen zur Premiere.

Im Thriller "The Dinner" von Oren Moverman müssen sich Gere, Linney, sowie in den weiteren Rollen Steve Coogan und Rebecca Hall in ihren Rollen als Eltern die Frage stellen, wie weit sie gehen würden, um ihre Kinder zu beschützen. Denn ihre Sprösslinge haben möglicherweise eine schreckliche Tat begangen. Es kommt zum Streit, denn eine öffentliche Enthüllung würde das Leben für jeden Einzelnen von ihnen für immer verändern.

Der Film basiert auf den im Jahr 2009 erschienenen Roman "Het diner" des niederländischen Autors Herman Koch (in Deutschland unter dem Titel "Angerichtet" erschienen). "The Dinner" läuft im Wettbewerb und ist damit im Rennen um die Berlinale-Bären - rbb|24-Kritiker Fabian Wallmeier räumt ihm allerdings nicht gerade hohe Chancen ein. Gere bleibe in "The Dinner" blass, die Romanverfilmung sei weitgehend missglückt - an das Buch komme der Film nicht ran.

Trump hat aus Flüchtling und Terrorist ein Wort gemacht

Der 67-jährige Gere ist erstmals bei den Berliner Filmfestspielen zu Gast. Er hat mit einem scharfen politischen Statement die aktuelle Hollywood-Stimmung auf die Berlinale gebracht, in dem er den amerikanischen Präsidenten Donald Trump scharf kritisierte und zu gemeinsamer Vorsicht aufrief.

"Das Schlimmste, was Trump gemacht hat, dass er zwei Wörter zu einem verschmolzen hat - Flüchtling und Terrorist. Es bedeutet für viele inzwischen das Gleiche", sagte Gere vor Journalisten. Früher seien Flüchtlinge in den USA Menschen gewesen, denen man habe helfen wollen. Heute hätten viele Leute Angst vor ihnen. "Das ist das größte Verbrechen, diese beiden Begriffe zu einem zu machen."

Seit dem Amtsantritt von Trump ist laut Gere die Zahl der aus Hass begangenen Gewalttaten in den USA gestiegen. "Hass erzeugt Angst. Und Angst bringt uns dazu, wirklich schreckliche Dinge zu tun", sagte er. Es sei an der Zeit, wirklich wahrzunehmen, was Trump und seine konservative Bewegung mit der Welt machten. "Wir können alle nicht davonkommen."

21 Jahre später: "T2 Trainspotting" feiert Deutschlandpremiere

Gere war der leuchtendste Star dieses Freitags, aber  den Film, der die meiste Aufmerksamkeit auf sich zog, hat ein anderer gedreht: Danny Boyle stellte am späten Abend "T2 Trainspotting" vor, er feierte die Deutschlandpremiere. Für die Fortsetzung des britischen Kultfilms der 1990er Jahre hat der Boyle ("Slumdog Millionaire") wieder die alten Protagonisten um sich versammelt.

21 Jahre sind seitdem vergangen und die Fortsetzung setzt genau dort an: Renton (Ewan McGregor) kehrt in seinen Heimatort Leith zurück, nachdem er lange Zeit in Amsterdam gelebt hat. Allerdings überschlagen sich die Ereignisse: Auf den ersten Blick mag sich vieles in Edinburgh verändert haben, doch für die Freunde von einst blieb auch einiges beim Alten. Jedenfalls scheinen sie nur auf Renton gewartet zu haben.

Die chinesische Produzentin und Filmverleiherin Nansun Shi mit der Berlinale-Kamera, die sie am Freitag verliehen bekommen hat (Quelle: dpa/Soeren Stache)
Die chinesische Produzentin und Filmverleiherin Nansun Shi mit der Berlinale-Kamera, die sie am Freitag verliehen bekommen hat

Einen Wermutstropfen gab es für die Trainspotting-Fans: Ewan McGregor kam nicht zur Deutschlandpremiere. Für diejenigen, die keine Berlinale-Tickets abgegriffen haben, gibt es eine gute Nachricht: Der Film startet bereits am 16. Februar in den deutschen Kinos. Bei den meisten der rbb-Kritiker stieß er auf Wohlwollen. "T2 Trainspotting" sei frisch, gerade angenehm nostalgisch und ergötze sich nicht am Kult seines Vorgängers.

Berlinale-Kamera für Nansun Shi

Den ersten Preis hat es ebenfalls am Freitag gegeben: Die einflussreiche Verleiherin und Produzentin Nansun Shi aus Hongkong ist mit der Berlinale-Kamera geehrt worden. Zu ihren großen Erfolgen gehören "City Wolf" und "Die sieben Schwerter". 2014 produzierte sie den Actionfilm "Die letzte Schlacht am Tigerberg". Die Kamera-Trophäe verleiht die Berlinale an Persönlichkeiten, mit denen sie sich besonders verbunden fühlt. Nansun Shi war 2007 in der Jury der Filmfestspiele und seitdem regelmäßig in Berlin zu Gast.

Tagesübersicht Wettbewerb

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  • Freitag, den 10. Februar

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Renton und seinen Jungs gelingt das Comeback

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