Aki Kaurismäki auf einer Pressekonferenz bei der Berlinale 2017 (Quelle: imago/Future Image)

Aktueller Film im Bären-Rennen - Kultregisseur Kaurismäki will keine weiteren Filme machen

Er gilt als einer der großen Melancholiker des Weltkinos - und hat gerade seinen aktuellen Film in den Wettbewerb der Berlinale geschickt. Doch nun hat der finnische Regisseur Aki Kaurismäki das Ende seiner Karriere verkündet.

Der finnische Kultregisseur Aki Kaurismäki hat auf der Berlinale angekündigt, keine neuen Filme mehr drehen zu wollen. Erst am Dienstag war Kaurismäki mit seinem Film "Die andere Seite der Hoffnung" in den Wettbewerb des Filmfestivals gestartet. Dem finnischen  Fernsehsender YLE erklärte er nun am Donnerstag: "Ich habe das bereits gesagt, aber diesmal ist es wirklich 'Adios'." Der Berlinale-Film werde sein letzter bleiben.

"Ich will anfangen, mein eigenes Leben zu leben"

"Ich bin müde. Ich will endlich anfangen, mein eigenes Leben zu leben", fügte der 59-Jährige als Begründung hinzu. "Die andere Seite der Hoffnung" schildert die Geschichte eines jungen Syrers, der in Finnland Asyl beantragt. Der Film folgt auf den Welterfolg "Le Havre" aus dem Jahr 2011 - ein in Frankreich spielendes Flüchtlingsdrama. Ursprünglich sollten die beiden Filme Teil einer Flüchtlingstrilogie sein. Doch mit dem dritten Film ist nun nicht mehr zu rechnen - es sei denn, Kaurismäki überlegt es sich doch nochmal anders.

Der große Melancholiker des Weltkinos

Aki Kaurismäki gilt als einer der großen Melancholiker des Weltkinos. "Er braucht nicht viel, um ganze Dramen mit wenigen Gesten und Objekten zu inszenieren", so beschreibt es rbb|24-Kritiker Patrick Wellinski. Mit seinem aktuellen Wettbewerbsbeitrag zur Berlinale habe er sich einmal mehr als Regisseur der einfachen Menschen erwiesen, und als ein unbestechlicher Humanist.

Neben Jim Jarmusch und  Alexandre Rockwell gilt Kaurismäki als Protagonist neuen, lakonischen Kinos, das die Absurdität der alltäglichen Existenz offen legt, ohne seine Charaktere der Lächerlichkeit preiszugeben. Zu seinen Filmen gehören "Wolken ziehen vorüber" (1996) und "Der Mann ohne Vergangenheit" (2002). Sein kommerziell erfolgreichstes Werk war die Roadmovie-Komödie "Leningrad Cowboys Go America" (1989) über eine finnische Band, die auf der Suche nach Ruhm und Geld ins sonnige Amerika auswandert und schließlich als Hochzeitskapelle in Mexiko tragisch endet.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereKommentar-Regeln und Hilfe zu Kommentaren zum Kommentieren von Beiträgen.

Das könnte Sie auch interessieren