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Riesen, Feen und Däumlinge – Märchen werden überall in der Welt erzählt. Und das schon seit sehr langer Zeit. Im Jahr 1812, vor ziemlich genau 200 Jahren, veröffentlichten die Gebrüder Grimm in Berlin erstmals ihre Sammlung von "Kinder- und Hausmärchen". Das runde Jubiläum ist ein guter Anlass, die diesjährigen Berliner Märchentage unter das Motto "Rotkäppchen kommt aus Berlin" zu stellen. An über 350 Orten bieten in Berlin und Brandenburg bis zum 25. November 1.200 Veranstaltungen Gelegenheit, "Klassiker" aber auch weniger bekannte grimmsche Märchen neu zu erleben.
Eine Ausstellung zur Entstehungsgeschichte
"Der Froschkönig", "Hänsel und Gretel“, "Schneewittchen" oder der "Wolf und die sieben Geißlein" - es gibt kaum ein Kind, das nicht mit diesen Geschichten aufgewachsen ist. Mit den Märchenfiguren haben wir gezittert, gelitten und uns oftmals auch gegruselt. Ursprünglich waren die gesammelten Erzählungen gar nicht für Kinder gedacht, der Berliner Verleger Georg Andreas Reimer verwendete den Zusatz im Titel eher aus verkaufstaktischen Gründen.
Die überlieferten Geschichten, die sich die zwei Brüder aus Kassel von der Bevölkerung erzählen ließen, wurden von Auflage zu Auflage weiter überarbeitet, verniedlicht und mit christlicher Moral unterfüttert - die Grundlage für ihren späteren Erfolg. Die Grimmsche Märchensammlung ist mit íhrer Übersetzung in mehr als 160 Sprachen und Dialekte bis heute das meist gelesene deutschsprachige Buch der Welt.
Etwa 100 der in Berlin erschienene Märchenbücher aus der Publikationsgeschichte der grimmschen Werke zeigt die Ausstellung "Rotkäppchen kommt aus Berlin" bis zum 5. Januar 2013 in der Staatsbibliothek in der Potsdamer Straße. Ergänzt wird die Ausstellung durch eine Vortragsreihe. Mit Fragestellungen wie "Das Spiel mit dem Grauen" oder "Wie und warum die Märchen der Brüder Grimm zur Kinderliteratur wurden" gehen renommierte Wissenschaftler der bis heute andauernden Faszination der alten Geschichten auf den Grund.
Internationale Märchen und ein Wettbewerb
21 Botschaften und vier Landesvertretungen laden Berliner Schulklassen bis zum 23. November zu märchenhaften Reisen ein. Märchen Märchen, Mythen und Geschichten aus der Mongolei, Montenegro, aus Chile, Japan oder den USA erzählen Spannendes über Land und Leute. Direkt in den Schulen erzählen Prominente wie die Schauspielerin Türkiz Talay oder die rbb-Moderatorinnen Madeleine Wehle und Astrid Frohloff ihre Lieblingsmärchen.
Am 15. November fand außerdem im Haus des Rundfunks des RBB die Preisverleihung des 5. Internationalen Schülerwettbewerbs "Wenn ich König von Deutschland wär …" statt. Prämiert wurden die zwölf schönsten Märchenballaden und Bilder. Sie werden im Märchenkalender 2013 veröffentlicht.
Varieté und Konzerte
Unter dem Titel "Es war einmal" führt das Konzerthaus Berlin ein musikalisches Märchen nach Motiven der Brüder Grimm auf – das Publikum ist mittendrin. Das Wintergarten Varieté Berlin in der Potsdamer Straße präsentiert das Märchen "Frau Holle" – frei nach den Brüdern Grimm. Die "Springlinge" des Marzahner Kinder und Jugendzirkus CaBuWaZi erzählen die altbekannte Geschichte zusammen mit Schauspielern und Sängern auf überraschend neue Weise.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/kultur/buecher/themen/maerchentage.html