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Am 13. Januar hatte Maria Furtwängler mit "Gerüchte... Gerüchte..." im Theater am Kurfürstendamm Premiere. Ilona Marenbach schildert, wie es war.
Das Thema
Eigentlich sollte es ein vergnüglicher Abend werden: Myra und Charlie Brooks haben vier befreundete Paare zu ihrem 10. Hochzeitstag eingeladen. Die ersten Gäste hören einen Schuss und finden Charlie am Ohr verletzt vor, während Myra und das gesamte Personal verschwunden sind. Sie vermuten, Charlie habe einen Selbstmordversuch unternommen und wollen dies vor den anderen, später eintreffenden Gästen vertuschen, denn Charlie ist stellvertretender Bürgermeister von New York und ein Selbstmordversuch ist strafbar. Dabei wissen die Gäste nicht, was wirklich passiert ist und beim Versuch, dies einerseits herauszufinden und andererseits zu vertuschen verstricken sie sich in ein unauflösbares Lügengewirr.
Die Inszenierung
"Gerüchte, Gerüchte" ist ein Klassiker von Bühnenautor Neil Simon, einem Altmeister des Boulevards. 1988 wurde die Farce "Rumors" zum ersten Mal am Broadway gespielt. Die Inszenierung am Kurfürstendamm hält sich eng an das Original. Und das bedeutet, dass es zwar turbulent hergeht, aber kein wirklicher Spannungsbogen aufgebaut wird. Schon von der ersten Minute geraten die Protagonisten in eine Abfolge von Absurditäten aus Lügen, Spekulationen und Missverständnissen, die immer wieder auch mal slapstickartig aufgeführt werden. Der Druck lässt nie nach. Dabei sind die Dialoge witzig, kommen aber an die Bösartigkeit amerikanischer Fernsehserien wie "Desperate Housewives" nicht heran.
Die Darsteller
Maria Furtwängler spielt die Rolle der leicht begriffsstutzigen Ehefrau so, als würde sie schon seit Kindesbeinen auf der Boulevardbühne stehen. Sie faselt, stolpert, krabbelt kopfüber die Treppe herunter, fällt vom Sofa und zeigt dabei ihr komisches Talent. Dabei ist es ihr Bühnendebüt. Die Tatort-Kommissarin ist das Zugpferd dieser Inszenierung, aber nicht die einzige, der man den Spaß am Spielen anmerkt. Das ganze Team hat sich einen gemeinsamen Traum erfüllt. Hier stehen keine Einzelkämpfer auf der Bühne, sondern eine Art Schauspieler-Kollektiv, das sich bei einem Workshop 2010 gefunden und verabredet hat, etwas gemeinsam zu produzieren - selbstbestimmt und künstlerisch unabhängig. Zu Santinis Production gehören neben Maria Furtwängler auch Pasquale Aleardi, Julia Bremermann, Nicole Marischka, Ivan Vrgoc, Urs Stämpfli, Nikolaus Szentmiklosi, Alessija Lause, Claas Würfel und Sarah Alles.
Das Bühnenbild
Ein modernes Wohnzimmer, geschmackvoll eingerichtet mit geschwungener Treppe zum Obergeschoss. Das Bühnenbild orientiert sich in der Raumaufteilung an der Originalversion, verzichtet aber auf das wohnzimmertypische große Sofa mit Couchtisch zugunsten leichter, verrückbarer Quader, die einen schnelleren Spielablauf und mehr Bewegungsvarianten ermöglichen.
Die Publikumsreaktionen
Klaus Wowereit, Ursula von der Leyen, Egon Bahr, Friede Springer, Udo Waltz, Andreas Schmidt, Marion Kracht, Helmut Markwort, Patricia Riekel und natürlich Verleger Hubert Burda, der Ehemann von Maria Furtwängler. Die hohe Prominentendichte aus Politik und Show sorgte für den deutlichen aber doch nicht frenetischen Applaus.
Der Spaßfaktor
Durchaus vorhanden. Es macht Spaß Schauspielern zuzuschauen, die selbst Spaß haben.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg