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Szenenfoto aus 'Madame Pompadour' am Staatstheater Cottbus mit Heiko Walter (Joseph Calicot) und Gesine Forberger (Marquise von Pompadour) (Foto: Marlies Kross)

Staatstheater Cottbus

Kurz-Check: "Madame Pompadour" von R. Schanzer, E. Welisch und L. Fall

Am 26. Januar hatte am Staatstheater Cottbus Leo Falls "Madame Pompadour"in der Inszenierung von Bernd Mottl Premiere. Sabine Prieß war dabei und hat sich ein bisschen gelangweilt.

Das Thema

Madame Pompadour, die durchtriebene Mätresse König Ludwigs des XV. lacht sich auf dem Karneval, scharf observiert von Polizeichef Maurepas, einen neuen Liebhaber an. Als der Polizeichef ihr auf die Schliche kommt, wird der Liebhaber kurzerhand zum Leibwächter degradiert. Doch dann kommt Ludwig der XV überraschend von der Jagd zurück und das Paar droht in flagranti aufzufliegen.

Die Inszenierung

Regisseur Bernd Mottl hat das burleske Stück rund um die hormonell gesteuerte Madame sehr konventionell gestaltet. Die Damen tragen gebauschte Kostüme, geben tiefe Einblicke in Decolletés und zeigen insgesamt viel Haut. Einzelne Akzente anderer (Stil-)Epochen spielen nur in die Figur des Polizeichefs Maurepas, der mit Stasi-Hut und Trenchcoat daher kommt - außerdem in der Entourage des Königs, die aus praktischen kleinen Frauen im 60er Jahre-Stil besteht.

Die Sänger und Darsteller

Routinierte Darsteller bestreiten eine Operette, die als leichte (und beliebte) Kost der 20er Jahre gelten darf. Gesine Forberger verleiht der Figur der Madame Pompadour durchaus Glaubwürdigkeit. Ihr Geliebter, René, Graf d'Estrades, wird von Jens Klaus Wilde engagiert und burlesk verkörpert. Auch Nora Lentner als Kammerfrau der Pompadour, Belotte, wirkt souverän. Ihr steht Heiko Walter als regimekritische Dichterfigur Calicot spielfreudig zur Seite, wenngleich er bisweilen gesanglich an Grenzen gerät. Debra Stanley als verlassene Gattin des Grafen d'Estrades' überrascht trotz zierlicher Figur, die umfassend zur Geltung gebracht wird, mit viel Stimme. Jörn E. Werners Polizeiminister Maurepas jedoch wirkt etwas aufgesetzt, genau wie Andreas Jäpel als grenzdebiler König Ludwig XV. Amüsant ist Dirk Kleinke als Polizeispitzel.

Die Musik

Gassenhauer wie "Heut könnt' einer sein Glück bei mir machen" oder "Joseph, ach Joseph, was bist Du so keusch" animieren zum Schunkeln und lassen die schwächeren und unauffälligeren Stücke der Inszenierung schnell vergessen. Auch hier bietet das Stück allerdings wenig Neues oder Überraschendes.

Das Bühnenbild

Im ersten Akt bleibt das Bühnenbild optisch die Erweiterung des Theaters. Baugleiche Säulen und Marmor verzieren einen dazu passenden Tresen, der zum legendären Musenstall gehört. Im zweiten und dritten Akt dominieren die Gemächer Madame Pompadours die Szenerie.

Die Publikumsreaktionen

Während der Vorstellung und beim Applaudieren wirkte das Cottbuser Publikum vor allem: begeistert. "Bravo"-Rufe, rhythmisches Klatschen bei Marschmusik und langer Szenenapplaus waren zu hören. Doch nach der Aufführung im Foyer wurden dennoch "Honneckers Hut" und "leichte Kost" mit freundlicher Tonlage moniert.

Der Spaßfaktor

Wer weder Spaß an Karneval noch Boulevardkomödien hat, droht sich in dieser Inszenierung zu langweilen. Wer indes eingängige Gassenhauer, konventionellen Witz und opulente Kostüme goutiert, könnte genau so viel Spaß haben wie ihn ganz offensichtlich der Großteil der Besucher in Cottbus am 26. Januar hatte.

Bewertung

Bewertungssymbol: Daumen in der Mitte (Quelle: rbb)

Hintergrund

Pressefoto zu 'Madame Pompadour' am Staatstheater Cottbus: Gesine Forberger in der Titelrolle (Foto: Marlies Kross, Gestaltung: Andreas Klose)

Samstag, 26. Januar 2013

Staatstheater Cottbus: "Madame Pompadour"

Karnevalistisch bunt geht es in Cottbus zu. Die Operette "Madame Pompadour" feiert im Staatstheater Premiere - während in der Stadthalle die Karnevalsgala "Heute steppt der Adler" aufgeführt wird. _mehr

Aufführungstermine

Madame Pompadour

Alle Daten auf der Homepage des Theaters. [staatstheater-cottbus.de]

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Blick von einer Bühne in die Publikumsreihen (Quelle: dpa)

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Vorgestellt: Bühnenpremieren im Kurz-Check

Redakteurinnen und Redakteure von rbb online gehen in Bühnenpremieren und schildern im Anschluss knapp, wie es war - vom Bühnenbild bis zur Publikumsreaktion. Alle Kurz-Checks im Überblick. _mehr

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