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Kultur
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Asyl-Monologe (Foto: Andreas Weiand)

Bis 1. Dezember 2012

Doku-Theater im Heimathafen Neukölln: "Die Asyl-Monologe"

Seit Monaten protestieren Flüchtlinge in Deutschland gegen die hiesige Asylgesetzgebung, gegen die Bedingungen, unter denen sie leben müssen und die geringen Chancen, dauerhaft bleiben zu können. Nach wie vor gibt es in Berlin am Pariser Platz und am Oranienplatz Protestcamps. Im Heimathafen Neukölln ist das Schicksal von Flüchtlingen in Deutschland jetzt auch auf der Bühne zu erleben: Vom 28. November bis 1. Dezember werden dort "Die Asyl-Monologe" vorgetragen.

Flüchtlingsschicksale

Ali aus Togo, Safiye aus der Türkei und Felleke aus Äthiopien haben der „Bühne für Menschenrechte“ ihre Lebensgeschichten anvertraut. In langen Interviews haben sie erzählt, welche Probleme sie wegen ihrer politischen Einstellung in ihrer Heimat hatten, wie sie geflohen sind und was sie dann in Deutschland als Asylbewerber erlebt haben. Diese Geschichten hat das Team der „Bühne für Menschenrechte“ wortgetreu in Theater-Monologe umgewandelt, die von drei professionellen Schauspielern vorgetragen werden. „Es gibt viele Leute, die keine Ahnung haben, was mit Menschen in Deutschland passiert, die Schutz suchen. Viele glauben, dass hier alles glatt läuft mit den Asylverfahren. Ich möchte informieren, dass das nicht so ist“, sagt Schauspieler Asad Schwarz-Msesilama auf der Bühne mit den Worten von Felleke aus Äthiopien.

Vorbild aus England

Initiator der "Bühne für Menschenrechte" und Regisseur der „Asyl-Monologe“ ist der Sozialwissenschaftler Michael Ruf. Er war von den englischen "Asylum Monologues" der "Actors for Human Rights" so berührt, dass er etwas Ähnliches auch in Deutschland auf die Beine stellen wollte. 600 professionelle Schauspieler und Musiker führen in Großbritannien seit 2006 diese Monologe auf – mit großem Erfolg. In Deutschland sind inzwischen gut 120 Darsteller dabei, 80 Vorstellungen hat die „Bühne für Menschenrechte“ schon gegeben, meistens bei politischen Veranstaltungen und auch Protestcamps, manchmal aber auch in Theatern. "Wir möchten Menschen erreichen, die ins Theater gehen, die nicht notwendigerweise zu einer Demo gehen würden oder einen wissenschaftlichen Artikel zu dem Thema lesen würden. Und wir möchten durch menschliche Geschichten Menschen erreichen", so Michael Ruf. Im Heimathafen Neukölln tragen die Schauspieler die Monologe jetzt zum ersten Mal frei vor, sonst waren es immer Lesungen.

Möglichkeiten des Widerstands aufzeigen

Michael Ruf und das Team der "Bühne für Menschenrechte" wollen nicht nur anrühren, sie wollen auch Hoffnung machen. "Es geht in den Asylmonologen vor allem darum, von Widerstand zu berichten. Und alle drei Geschichten erzählen auf unterschiedliche Art und Weise von Widerstand. Bei der Geschichte von Ali geht es zum Beispiel darum, wie sich Flüchtlinge selbst organisieren, Flüchtlinge zusammentun und nein sagen zu den aktuellen Asylbedingungen."

Im Anschluss an jede Vorstellung findet jeweils eine Podiumsdiskussion mit politischen Aktivisten und Vertretern von Flüchtlingsorganisationen statt. Im Foyer ist eine Fotoausstellung gehängt, mit Fotografien, die desolate Asylbewerberheime zeigen und protestierende Flüchtlinge. Außerdem hat die Künstlerin Ute Donner Regenschirme und Kissen mit Protestbotschaften bemalt. Solche sollte man, so wird das Publikum aufgefordert, zu den Flüchtlingen in die Protestcamps bringen, denn Schlafsäcke und Zelte sind ihnen nach wie vor nicht erlaubt, Kissen und Schirme aber schon.

Andrea Handels

Stand vom 29.11.2012

Dieser Beitrag gibt den Sachstand vom 29.11.2012 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Weitere Vorstellungen

29.11., 30.11. und 01.12.
jeweils um 19:30 Uhr

Heimathafen Neukölln
Studio
Karl-Marx-Str. 141
12043 Berlin

Eintritt 15 €, ermäßigt 10 €

Mehr dazu im www

Heimathafen Neukölln

Offizielle Seite des Theaters in der Karl-Marx-Allee. [heimathafen-neukoelln.de]

Bühne für Menschenrechte

BFM e.V. erkundet aktuelle Menschenrechts-Geschichten mit den Mitteln des dokumentarischen Theaters. [buehne-für-menschenrechte.de]

© Rundfunk Berlin-Brandenburg

http://www.rbb-online.de/kultur/buehne/themen/asyl_monologe.html

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