"The Act of Killing" (Quelle: Neue Visionen / Joshua Oppenheimer)

Banalität des Bösen - "The Act Of Killing"

Für ein Filmprojekt werden Mitglieder einer paramilitärischen Gruppe in Indonesien gebeten, ihre Morde beim Militärputsch 1965 nachzustellen. Die Morde wurden nie geahndet, die Täter haben heute noch Macht und Einfluss. Das Projekt bringt die Männer schließlich zum Nachdenken über ihre Taten, die sie bisher nie reflektiert haben.

In einem Land, das Mörder als Helden feiert, wagt es Regisseur Joshua Oppenheimer mit "The Act Of Killing", sich dem Tabu und dem Terror zu stellen. 

Um die Geschichte des Genozids an über einer Million vermeintlicher Kommunisten in Indonesien nach dem Militärputsch 1965 zu erzählen - eine Geschichte, die die Opfer und ihre Nachfahren auch heute noch nicht zu erzählen wagen - entscheidet sich der junge amerikanische Regisseur für den einzig möglichen Weg: er spricht mit den Mördern.

Stolz und frei von jeglicher Reue erzählen sie von den Morden und sind freudig bereit, ihre Taten nachzuspielen und sich selbst zu inszenieren. Das Filmprojekt bringt die Männer schließlich zum Reden und zum Nachdenken über ihre Taten, die sie bisher nie reflektiert haben. Die Inszenierung der Realität ist wirklicher geworden, als es die Taten für die Männer je waren.

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  • Meisterhaft und aufwühlend

Trailer: "The Act Of Killing"

 

Regie: Joshua Oppenheimer, Großbritannien / Dänemark / Norwegen 2012, 115 min
Kinostart: 14. November 2013

Text: Neue Visionen/rbb, Foto/Video: Neue Visionen