
Choreografie des Alltags - "Das Merkwürdige Kätzchen"
Ein ganz normales Familientreffen in einer Berliner Wohnung: Vater geht einkaufen, die Waschmaschine wird repariert, der Küchentisch gedeckt, abends kommen die Verwandten zum Essen. Doch dann wird die Tochter geohrfeigt, und Mutter scheint schon den ganzen Tag über angespannt. Ein Filmexperiment.
Die Geschwister Karin (Anjorka Strechel) und Simon (Luk Pfaff) sind bei ihren Eltern und der kleinen Schwester Clara (Mia Kasalo) zu Besuch. Am Abend findet ein Essen mit Verwandten statt. Zuvor wird im Laufe des Tages die Waschmaschine repariert, am Küchentisch gesessen, ein Experiment mit Orangenschalen durchgeführt, von Lungenflügeln erzählt und ein mutwillig abgerissener Knopf wieder angenäht.
Es ist eine wundersame Alltagswelt, die dieser Reigen von Familienszenen mit Hund und Katze in einer Berliner Altbauwohnung entwirft. Kommen und Gehen, Tun und Lassen, eine Bewegung zieht die nächste nach sich, ein Wort gibt das andere. Eine sorgfältig inszenierte Kettenreaktion von Handlungen und Sätzen. Dazwischen stumme Blicke und Nacherzählungen von Erlebtem.
So öffnen sich Nebenräume zwischen Familiendrama, Märchen und dem Psychogramm einer Mutter.
Regie: Ramon Zürcher, Deutschland 2013, 72 min, FSK: ohne Altersbeschränkung
Darsteller: Leon Alan Beiersdorf, Matthias Dittmer, Lea Draeger, Monika Hetterle u.a.
Kinostart: 2. Januar 2013
Text: Peripher/rbb, Foto/Video: Peripher








