
- Anke Sterneborg
Nachdem ich zuerst in München und in Berlin Theaterwissenschaft, Publizistik und Kunstgeschichte studiert habe, fing ich an Kritiken zu schreiben - für das Münchner Stadtmagazin, für Steadycam, für den tip und den Tagesspiegel. 1992 wurde ich freie Filmkorrespondentin für die Süddeutsche Zeitung und schrieb in Filmzeitschriften wie epd-Film oder Filmbulletin, dem Nachrichtenmagazin Focus, in Mode- und Frauenmagazinen wie Marie Claire und Glamour. Zur freien filmjournalistischen Arbeit kamen diverse Veröffentlichungen: Reclam Filmklassiker, Clint Eastwood – Der konservative Rebell, im Katalog der Retrospektive Traumfrauen, in den Filmkonzepte-Bänden über Roman Polanski und Michael Haneke.
Als man mich vor vielen Jahren fragte, ob ich nicht Lust hätte, Radio zu machen, war ich zunächst skeptisch: Ist es nicht schon schlimm genug, dass Worte auf Tageszeitungspapier nur einen Tag gültig sind? Worte im Äther verflüchtigen sich dagegen schon in dem Moment, in dem sie gesendet werden. Doch inzwischen ist mir das Radio mit seinen vielen verschiedenen Formaten - Live-Gespräche, DVD-Kritiken, Portraits - ans Herz gewachsen.
Bei dem Film beschloss ich, Filmkritiker zu werden
"Paris Texas" von Wim Wenders, zu dem mir damals so viel einfiel, dass ich einfach anfing loszuschreiben.
Den Film kann ich gar nicht oft genug sehen
Nur einer? Wie furchtbar! "Der Fahrstuhl zum Schafott" von Louis Malle, so wunderbar französisch und melancholisch schwarz-weiß, getränkt in der wunderbaren Musik von Miles Davis. "Matrix" von den Wachowskis, "Inception" von Christopher Nolan, "Cloud Atlas" von den Wachowskis und Tom Tykwer, weil das Filme sind, die die Perspektive auf die moderne Welt verändert haben. "The Unforgiven" von Clint Eastwood, weil er einen neuen, zeitgemäßen Blick auf den Western eröffnet hat. "Schräger als Fiktion" von Marc Forster, weil er sinnliche Unterhaltung mit Lebensphilosophie verschmilzt. Unzählige Western, Screwball-Komödien und New Hollywood-Filme, die einen jedes Mal wieder berühren.
Von diesem Regisseur oder dieser Regisseurin schau ich mir jeden Film an
Sagen wir mal Tim Burton, weil es in seinen subversiv abgründigen Phantasien unzählige Details zu Entdecken gibt. Ernst Lubitsch, weil er einen immer wieder aufs Neue zum Lachen bringt und die Kunst der Lücke perfektioniert hat. Isabel Coixet, Wong Kar Wei, King Hu, Hou Hsiao Sien, Darren Aronofksy, Michael Mann, Ridley Scott und Michel Gondry.
Der Film wäre besser nicht gedreht worden
Alle Filme von Michael Bay und Uwe Boll.
Diese Schauspieler möchte ich unbedingt mal vors Mikrofon bekommen
George Clooney, weil Regisseure in der Regel die interessanteren Gesprächspartner sind.
Wenn ich selber einen Film drehen würde, dann wäre es...
...realistischerweise ein Dokumentarfilm, unrealistischer betrachtet ein Thriller.
Die drei wichtigsten Eigenschaften eines Filmkritikers sind:
Die richtige Balance aus Wissen, Neugier, Leidenschaft, Esprit und Lebenserfahrung.










