Anne Wollner (Quelle: rbb)

- Anna Wollner

Mit 14 wurde ich von Bonn nach Babelsberg versetzt - fünfhundert Meter neben die Traumfabrik. Etwas Besseres hätte nicht passieren können. Im jugendlichen Leichtsinn bin ich einmal nachts in die Filmkulisse der "Berliner Straße" geklettert. Irgendwann zwischen "Sonnenallee" und "Der Pianist". Ersterer war auch meine Kritikerpremiere für die Schülerzeitung. Nebst Interview mit Robert Stadlober.

Das Studium zog mich dann nach Leipzig (Kommunikations-, Medien- und Theaterwissenschaft). Nebenbei habe ich das Radio-Handwerk bei "mephisto 97.6" gelernt. In der Kinoredaktion natürlich. Von Leipzig war der Weg nach Halle nicht weit. Da gibt es zwar nur wenige Kinos, dafür aber den MDR.

Nach viel Pendelei  Richtung Berlin dann irgendwann doch wieder die Filmhauptstadt. Der vielen Kinos wegen. Und der Stars natürlich. Wenn ich mal nicht im Kino bin, gucke ich amerikanische Fernsehserien. Hauptsache es flimmert.

Bei dem Film beschloss ich, Filmkritiker zu werden

Mit 15 habe ich das erste Mal Schule geschwänzt um bei den "Sehsüchten" in Potsdam nichts zu verpassen. Da habe ich 12 Stunden am Tag im Kino gesessen und Schulnoten im Programmheft vergeben. Für jeden einzelnen Kurzfilm. Richtig erwischt hat es mich dann mit "City of God" von Fernando Meirelles. Nach der Vorführung bin ich im Thalia-Kino einfach sitzen geblieben und habe den Film noch mal geguckt. Spätestens da wusste ich, Film ist meine Leidenschaft.

Den Film kann ich gar nicht oft genug sehen

"Stand By Me – Das Geheimnis eines Sommers" – der erste "richtige" Film, den ich vermutlich viel zu jung und heimlich geguckt habe.

Von diesem Regisseur schau ich mir jeden Film an

Christopher Nolan - ich bin mir immer noch nicht sicher, ob der Kreisel fällt... Und ich habe noch eine heimliche Leidenschaft für richtig gutes Action-Blockbusterkino. "Fast and Furious" zum Beispiel. Oder Filme von Michael Bay. Sünden gehören zum Kritikerdasein auch dazu.

Solche Filme hätte man besser nie gedreht

Die Liste ist lang. Aber das Schöne an schlechten Filmen - man lernt die Guten wieder wert zu schätzen.

Den Schauspieler möchte ich unbedingt mal vors Mikro bekommen

Georg Clooney und Brad Pitt fehlen mir noch in meiner Liste – aber die gehören mittlerweile ja auch fast schon in die "Alte Männer in Hollywood"-Riege. Aber auch bei Ryan Gosling würde ich nicht nein sagen. Er war das letzte Mal extrem schüchtern. Unlösbar: Heath Ledger und River Phoenix.

Wenn ich selber einen Film drehen würde, dann wäre es ein...

...unveröffentlichtes Werk. Ich bin ja nicht umsonst Filmkritikerin geworden und keine Regisseurin.

Die drei wichtigsten Eigenschaften einer Filmkritikerin sind:

Mut - denn nicht jeder Film ist ein Meisterwerk, aber verdient geguckt zu werden.
Durchhaltevermögen - denn nach vier oder fünf Filmen am Tag sinkt die Aufmerksamkeitsspanne ins Negative.
Neugier - der Moment, wenn langsam der Vorhang aufgeht und die ersten Bilder den Saal erhellen, machen jedes Mal aufs Neue Gänsehaut. Egal wie spät es ist.

Die rbb-Filmkritiker

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