Carsten Beyer (Quelle: Dieter Freiberg)

- Carsten Beyer

Carsten Beyer: "Jedem Film eine echte Chance geben!"

Zusammen mit meiner Kollegin Anke Sterneborg sorge ich dafür, dass die kulturradio - Hörer filmisch immer auf dem neuesten Stand sind – mit Filmrezensionen, Portraits und mit Berichten von den Festivals in unserer Senderegion.

Das Radiomachen habe ich beim ORB gelernt, als Praktikant beim Kulturkanal Radio Brandenburg. Später habe ich dann in Potsdam beim ORB volontiert.

Weitere Stationen meiner Rundfunkkarriere waren SFB 4 multikulti, ORB/SFB Radio 3 und rbb inforadio. Außerdem arbeite ich auch für das Deutschlandradio Kultur.

Für allzu viele Hobbys neben dem Kino habe ich im Moment keine Zeit, weil ich zwei kleine Kinder habe. Wenn die mal im Bett sind, gehe ich ganz gerne auf Konzerte oder zu den Heimspielen von Union Berlin.

Bei dem Film beschloss ich, Filmkritiker zu werden

Der erste Film, der mich über Wochen und Monate verfolgt hat, war "Open Hearts" der dänischen Regisseurin Susanne Bier. Danach habe ich mir jeden Dogma- Film angesehen, den ich irgendwie bekommen konnte und dann gab es kein Halten mehr…

Den Film kann ich gar nicht oft genug sehen

Es gibt gar nicht so viele Filme, die ich mir mehr als ein - oder zweimal anschauen musste: Aber Werner Herzog’s "Fitzcarraldo" habe ich tatsächlich schon fünfmal gesehen - weil ich einfach nicht glauben kann, dass Kinski und seine Indianer das Schiff tatsächlich über den Berg ziehen.

Von diesem Regisseur schau ich mir jeden Film an

Woody Allen war und ist mein großer Held, wenn es ums Komödienfach geht. Egal, was die anderen Kritiker sagen, mir werden seine Geschichten nie langweilig. Und ich kann auch noch heute über seine Witze aus den 70er Jahren lachen.

Den Film hätte man besser nicht gedreht

Richtig ärgerlich finde ich schlechte Remakes: Wenn Hollywood schöne europäische Arthousefilme noch mal neu dreht, um sie für ein Massenpublikum zugänglich zu machen.

Den Schauspieler möchte ich unbedingt mal vors Mikrofon bekommen

Aki Kaurismäki würde ich gerne mal treffen. Einfach nur um herauszufinden, ob er auch im wahren Leben so geistreich, melancholisch und witzig ist wie in seinen Filmen.

Wenn ich einen Film drehen würde, dann wäre es ein …

Selbst einen Spielfilm zu drehen, würde ich mir überhaupt nicht zu trauen. Dafür habe ich viel zu viel Respekt vor dem Genre. Aber eine schöne Reisedokumentation oder einen Musikfilm würde ich schon gerne mal machen.

Was sind die drei wichtigsten Eigenschaften eines Filmkritikers?

Erstens. Sich nicht selbst zu wichtig nehmen: Bloß weil man über Stars berichtet, ist man noch nicht selbst einer.
Zweitens. Klar Stellung beziehen: Wischi Waschi- Rezensionen sind in meinen Augen vertane Zeit.
Last not Least: Jedem Film eine echte Chance geben: Kollegen, die schon in den ersten 15 Minuten im Geiste ihre Kritik formulieren, machen sich den Job zu einfach.

Die rbb-Filmkritiker

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