Die East Side Gallery an der Mühlenstraße ist das längste noch erhaltene Stück Berliner Mauer. Sie zählt zu den Attraktionen bei Touristen aus aller Welt.
120 Künstler haben dort die ehemalige DDR-Hinterlandmauer auf 1,3 Kilometer Länge bemalt wurde. Sie gilt als längste Open-Air-Galerie weltweit. Der Künstlerinitiative East Side Gallery e.V. zufolge werden dort jährlich bis zu 1,3 Millionen Touristen und Besucher gezählt.
Seit 1990 steht die Gallery unter Denkmalschutz, immer wieder müssen die Bilder erneuert werden, weil die Mauer sanierungsbedürftig ist. Eine große Lücke entsteht 2006, als an der Spree ein Schiffanleger gebaut wird.
Am 1. März 2013 rückten in den frühen Morgenstunden überraschend die Baufahrzeuge an - um für eine weitere Lücke in der Gallerie zu sorgen. Hinter dem Durchbruch entsteht der Wohnturm "Living Level" - ein vom Bezirk genehmigtes Bauvorhaben an der Spree.
Zunächst wurden die bemalten Mauerstücke mit einem Betonschneider in Abschnitte aufgeteilt.
Anschließend wurde dieses Teilstück mit einem Kran aus der Mauer herausgehoben.
Weil niemand mit den Arbeiten während schon laufender Krisengespäche mit Gegnern des Bauvorhabens so kurzfristig gerechnet hatte, sind so gut wie keine Protestler vor Ort.
Zwei Tage später kommen schon mehr als 6.000 Demontranten, die für den lückenlosen Erhalt der East Side Gallery protestierten. Die Aktion sorgte für weltweite Schlagzeilen.
In die entstandene Lücke von 6 Metern wird später ein Bauzaun-Tor gesetzt.
Schon 1989 hatte er an der Mauer gesungen und die Berliner mit dem Song "Looking for freedom" begeistert. Jetzt war er wieder da, als Fürsprecher der East Side Gallery: David Hasselhoff.
Im September 2013 entdeckt auch Roger Waters das Thema für sich: Mit erhobener Faust setzt sich der frühere Pink Floyd-Frontman Roger Waters für den Schutz der East Side Gallery ein.
Die East Side Gallery gleicht schon einem Flickenteppich, die roten Blöcke kennzeichnen die Durchbrüche. Neben dem Wohnturm ist auch ein großes Hotel und eine Brücke über die Spree geplant.
Für das Bündnis "East Side Gallery retten" ist klar, die Ausstellung soll in Gänze stehen bleiben. Ein Kompromiss könnte sein, dass die Mauerstiftung das Projekt als Eigentümerin übernimmt und sich das Hotel mit dem Wohnturm eine Zufahrt teilt.
2015 soll das Wohnhaus an der Spree am Loch an der Mauer bezugsfertig sein, Baubeginn für das Hotel ist noch offen.