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Geburtstag

Daniel Barenboim wurde 70

Für den Friedensnobelpreis ist Daniel Barenboim mehr als einmal in Betracht gezogen worden. Er selbst versteht sich und seine Arbeit eher als tätige Friedensbotschaft eines ansonsten Vollblut-Musikers. Am 15. November 2012 feierte der Dirigent und Pianist seinen 70. Geburtstag.

Mit der Musik kam Daniel Barenboim schon früh in Beziehung. Geboren in Buenos Aires als Kind russisch-jüdischer Emigranten, gab er bereits mit sieben sein erstes Klavierkonzert. In Buenos Aires, wo er bis zu seinem zehnten Lebensjahr lebte, traf er auch bereits Größen der Musik wie den Dirigenten Wilhelm Furtwängler oder den jungen Sergiu Celibidache. Prägende Erlebnisse für eine große Künstlerkarriere, die sich anschließen sollte. Zunächst als Pianist, dann immer öfter auch als Dirigent. 1992 dann wurde er Generalmusikdirektor der Staatsoper Unter den Linden. Bis heute ist beides für ihn gleich wichtig: Klavierspielen und Dirigieren.

West Eastern Divan Orchestra

Daniel Barenboim und sein West-Eastern-Divan-Orchestra (Bild: dpa)

Daniel Barenboim dirigiert das West Eastern Divan Orchestra 

1999 hat Daniel Barenboim zusammen mit dem inzwischen verstorbenen palästinensischen Literaturwissenschaftler Edward Said das West Eastern Divan Orchestra gegründet. Es setzt sich überwiegend zusammen aus jungen Musikern aus Israel, Palästina und anderen arabischen Ländern. Hauptaufgabe des Orchesters ist es, so Barenboim, dass jeder seine Ohren für die Standpunkte und Schilderungen des Anderen öffnet. Der Dirigent hat mit seinem Orchester viel beachtete Auftritte an politisch brisanten Orten absolviert, darunter 2005 in Ramallah.

Nach wie vor muss Barenboim in seiner Arbeit gegen Widerstände ankämpfen: diplomatische Schwierigkeiten oder verweigerte Visa für Musiker des Orchesters sind an der Tagesordnung. Und auch bei den Menschen selbst in den betroffenen Gebieten ist sein Wirken nicht unumstritten. Barenboim hält dagegen: "Wenn ich mit dem Orchester komme, sage ich nicht: Alles ist schön, sondern: Alles könnte schön sein. Der erste Punkt im Orchester ist Gleichheit. Jeder, der kommt, ist gleich."

Musik und Politik

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel (l) überreicht in Berlin den Willy-Brandt-Preis an den Dirigenten Daniel Barenboim (DPA)

2011 erhält Barenboim den ersten Willy-Brandt-Preis. 

Daniel Barenboim bezeichnet sich selbst als nicht religiös. Sein Judentum hat ihn eher weltanschaulich geprägt. Politisch ist er davon überzeugt, dass es für den Nahost-Konflikt keine militärische Lösung geben kann und dass das Schicksal von Israelis und Palästinensern untrennbar miteinander verbunden ist. Dabei legt er Wert darauf, dass es ihm um die Musik geht. Er ist kein Politiker; darauf besteht Barenboim. Aber Musik ist für ihn mehr als Klang oder Interpretation klassischer Werke.

Ruhe- und rastlos ist Daniel Barenboim nicht nur voller neuer Ideen und Projekte, sondern auch jemand, der nie zögert, ihre Verwirklichung unverzüglich anzugehen, ohne Angst vor noch so großen Schwierigkeiten. Erst kürzlich war bekannt geworden, dass die Barenboim-Said-Stiftung im kommenden Jahr 20 Millionen Euro aus dem Kulturhaushalt des Bundes erhält. Mit dem Geld soll in einem Magazin-Gebäude neben der Staatsoper Unter den Linden die Barenboim-Said-Akademie eingerichtet werden. Jeweils 60 Stipendiaten aus dem Nahen Osten können dort künftig Musik, Philosophie und Geschichte studieren, zudem entsteht ein Kammermusiksaal mit bis zu 800 Plätzen und auch der von Barenboim gegründete Musikkindergarten zieht mit ein. Die Fertigstellung ist für 2015 geplant.

Sich selbst beschenkte der Pianist Barenboim an seinem Geburtstag mit einem Konzert. "Musizieren ist für mich das größte Vergnügen", sagt er. In der Berliner Philharmonie trat er am Donnerstag unter anderem mit Beethovens drittem und Taschaikowskys erstem Klavierkonzert auf, sein Freund Zubin Mehta dirigierte dazu die Staatskapelle Berlin.

Andreas Göbel, Kulturradio / rbb online

Stand vom 05.11.2012

Dieser Beitrag gibt den Sachstand vom 05.11.2012 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

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THADEUSZ: Daniel Barenboim - Dirigent

Bei "Thadeusz" im Gespräch: Daniel Barenboim

In der Sendung "Thadeusz" erzählt Daniel Barenboim, was er von der Musik fürs Leben gelernt hat und er blickt auf 13 Jahre mit dem West-Eastern Divan Orchestra zurück.

© Rundfunk Berlin-Brandenburg

http://www.rbb-online.de/kultur/musik/themen/daniel_barenboim_wird.html

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