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Zum 13. Mal heißt es Vorhang auf für die besten Jugendorchester der Welt: Bei "Young Euro Classic" zeigen fast 1.300 Musiker aus den unterschiedlichsten Ländern in mehr als 30 klassischen und zeitgenössischen Konzerten ihr Können.
Schon seit Monaten sind die Werbeplakate in Berlin nicht zu übersehen: Eine junge Geigerin, die mit fröhlicher Frisur begeistert den Bogen schwingt. Die augenscheinliche Spielfreude der Künstlerin wirkt ansteckend – genau diese Begeisterung für Musik will das "Young Euro Classic"-Festival vermitteln, das bereits zum 13. Mal stattfindet. Noch bis zum 12. August treten im Konzerthaus am Gendarmenmarkt die besten Jugendorchester aus aller Welt auf.
Neben der Spielfreude stehen vor allem die interkulturellen Begegnungen zwischen den Musikern im Fokus. Unabhängig von sozialem Hintergrund und nationaler Herkunft sollen sich die jungen Künstler miteinander austauschen und gemeinsam musizieren.
Vom Ural bis nach Singapur
In diesem Jahr sind die Orchester aus Südafrika, Singapur, Rumänien, den Ostsee-Anrainerstaaten und gar vom Ural aus Russland angereist. So manch künftiger Klassik-Star ist wohl bei den Konzerten zu entdecken. Dazu kommt ein spannendes Programm mit zwölf Ur- und Erstaufführungen, fünf davon sind Auftragswerke für "Young Euro Classic". Das beste Werk erhält zum Abschluss den mit 5.000 Euro dotierten "Europäischen Komponistenpreis", der vom Regierenden Bürgermeister Berlins ausgelobt wird. Insgesamt gibt es in den 17 Tagen des Festivals mehr als 30 Konzerte zu hören.
Ein Schwerpunkt des Programms heißt in diesem Jahr Europa: Es geht um den Siegeszug europäischer Orchestermusik, aber auch um die Einflüsse anderer Kulturen darin. Entsprechend erklärte Festivalleiterin Gabriele Minz bei der Vorstellung des Programms, "Young Euro Classic" erlaube es, wieder etwas über die kulturelle Identität Europas zu erfahren. "Mehr noch: Das Festival öffnet über Europa hinaus den Zugang zur ganzen Welt", so Minz.
Wenn Geiger Polonaise tanzen
Auch wenn "Young Euro Classic" ein Festival klassischer Musik ist, werden allerhand neue Töne angeschlagen. Das zeigt sich nicht zuletzt in der gar nicht steifen und zuweilen auch vollkommen Klassik-untypischen Atmosphäre so mancher Konzerte. Da führten im vergangenen Jahr etwa einige Violinisten eine Polonaise durch die Zuschauerreihen auf. Auch in diesem Jahr war bereits der Auftakt stimmungsvoll: Am 27. und 28. Juli trat das MIAGI Youth Orchestra aus Südafrika auf. Dessen Mitglieder stammen zum Teil aus den armen Townships des Landes. Gemeinsam traten sie mit jungen deutschen Jazz-Musikern auf und ergründeten, was passiert, wenn völlig frei und experimentell gemeinsam gespielt wird.
Ein weiteres Experiment wartet am 9. August: Dann heißt es "PAS DE DEUX Young Euro Classic Musik-Tanz". Unter diesem Titel wird ein deutsch-chinesisches Musiker-Ensemble gemeinsam mit jungen Tänzern des Bundesjugendballetts auftreten – und zwar zu Stücken von Beethoven ebenso wie zu traditionellen chinesischen Kompositionen. Als weiteres Highlight gilt das Konzert des European Union Youth Orchestras (10. August), das berühmte Filmmelodien ins Konzerthaus am Gendarmenmarkt bringt.
Abwechslungsreiches Programm für ein breites Publikum
Wie in den vergangen Jahren zeigt sich das Programm also auch dieses Mal äußerst reichhaltig. Kein Wunder also, dass "Young Euro Classic" zu den wenigen klassischen Großereignissen gehört, die es schaffen, ein äußerst breites Publikum anzusprechen. So feierte das Festival 2011 einen Zuschauerrekord. Mehr als 27.000 Klassikfreunde hatten das "Young Euro Classic" besucht, damit war fast jedes Konzert ausverkauft. Und auch in diesem Jahr scheint das Interesse ungebrochen. Und das, obwohl die Olympischen Spiele in London gleichzeitig um Aufmerksamkeit buhlen.
Alice Lanzke
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/kultur/musik/themen/young-euro-classic-2012.html