Orit Nahmias, Vernesa Berbo, Dejan Bucin, Jasmina Music, Aleksandar Radenkovic, Mateja Meded und Niels Bormann in "Common Ground" am Maxim Gorki Theater in Berlin (Quelle: imago)

Kurz-Check: "Common Ground" - "Das ist aber auch alles kompliziert!"

Was bedeutet es nach dem Balkankrieg, ein Serbe, Bosnier oder Kroate zu sein - und was verbindet sie? Auf einer gemeinsamen Reise nach Bosnien haben sich Yael Ronen und ihr Ensemble, das größtenteils aus dem ehemaligen Jugoslawien stammt, mit Fragen wie dieser befasst. Am Maxim Gorki Theater haben sie daraus ein eindringliches Stück erarbeitet - und doch wäre ein Dokumentarfilm vielleicht die spannendere Lösung gewesen. Von Fabian Wallmeier

Rainer Hunold und Ulrich Gebauer in "Öffentliches Eigentum" im Berliner Schlosspark Theater (Copyright: DERDEHMEL/Urbschat.)

Kurz-Check: "Öffentliches Eigentum" - An allen Ecken geglättet

Die Mediensatire von Sam Peter Jackson liegt weit unter ihren Möglichkeiten. Dem konnte auch die betuliche Inszenierung des Schlosspark Theaters wenig entgegensetzen. So gerät das Stück stellenweise zu einem freundlichen Schlagaustausch zweier älterer Herren. Hier fehlte das sprichwörtliche Salz in der Suppe. Amüsieren kann man sich trotzdem. Von Ula Brunner

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Ruth Rosenfeld in "Ohne Titel Nr. 1 // Eine Oper von Herbert Fritsch" an der Berliner Volksbühne

Kurz-Check: "Ohne Titel Nr. 1 // Eine Oper von Herbert Fritsch" - Knallkoppiaden im Takt des Klimbim

Herbert Fritsch hat wieder zugeschlagen. Der Meister des Bühnen-Gaga bezeichnet sein neues Stück an der Volksbühne als Oper. Doch anstatt neue Akzente zu setzen, wiederholt er das erfolgreiche Slapstick-Konzept seines Ein-Wort-Stücks "Murmel Murmel" - und schnallt sich am Ende nicht ganz zu Unrecht ein Brett vor den Kopf. Von Fabian Wallmeier

"Kinder der Sonne" im Maxim Gorki Theater (Quelle: Maxim Gorki Theater)

Kurz-Check: "Kinder der Sonne" - Sozialkritik im Soap Opera-Gewand

Kein einziges Wort Russisch fällt auf der Bühne des Maxim Gorki Theaters – dafür ein Schuss, und es gibt türkisches Liedgut zu hören. Während draußen die Cholera wütet, pflegt drinnen ein Biochemiker anstelle seiner Ehe verkümmerte Basilikumpflänzchen. Nurkan Erpulats Versuch, Gorkis vorrevolutonäres Drama in Bezug zur Gegenwart zu setzen, holpert zwar an einigen Stellen. Doch unterhaltsamer als jede Soap ist "Kinder der Sonne" allemal. Von Karo Krämer

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"Die kleinen Füchse" an der Berliner Schaubühne: Thomas Bading, Nina Hoss, Jenny König, Moritz Gottwald, Mark Waschke, David Ruland (Foto: Arno Declair)

Kurz-Check: "Die kleinen Füchse" - Reiche Charakterschweine im Neurosenmuff

Nina Hoss hat mit Lilian Hellmans "Die kleinen Füchse" ihren Einstand im Ensemble der Schaubühne gegeben. Die etwas größere darstellerische Sensation des Abends ist aber Ursina Lardi. Doch beide haben ein Problem - und das liegt nicht nur im unzeitgemäßen Stück, sondern auch in Thomas Ostermeiers nicht gerade frischer Inszenierung. Von Fabian Wallmeier

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Schaubühne Berlin: Ingo Hülsmann und Lars Eidinger in "Tartuffe" (Foto: Katrin Ribbe)

Kurz-Check: "Tartuffe" - Schreien und Plärren im Drehquader

Michael Thalheimer macht an der Berliner Schaubühne aus Molières Komödie "Tartuffe" fast eine Tragödie. Doch dann gönnt er seinem erstklassigen Ensemble doch noch ein wenig Gaga-Sprech und findet einen überzeugenden Tonfall zwischen den beiden Polen. Die eigentliche Attraktion ist aber nicht die Inszenierung, und auch nicht Lokalmatador Lars Eidinger in der Titelrolle. Von Fabian Wallmeier

Thomas Schumacher und Harald Baumgartner in "Alltag & Ekstase" am Deutschen Theater Berlin (Quelle: imago)

Kurz-Check: "Alltag & Ekstase" - Lass uns reden!

Warum fühlen, wenn man auch darüber reden kann? In Rebekka Kricheldorfers Stück "Alltag & Ekstase" reden die Protagonisten über sich und ihre Emotionen, und zwar so lange, bis sie eigentlich nichts mehr fühlen. Daniela Löffner hat die bösartig-komische Gesellschaftssatire um die dauerhafte Ich-Reflexion im Deutschen Theater auf die Bühne gebracht. Es darf gelacht und danach noch einmal ordentlich nachgedacht werden - natürlich über sich selbst. Von Ute Zauft

Pressebild zu "Titus Andronicus" an der Volksbühne am Rosa-Luxenburg-Platz, Berlin (Foto: Marc Brinkmeier)

Kurz-Check: "Titus Andronicus" - Schreien, meucheln, morden, sterben

Eine der blutigsten Shakespeare-Tragödien - und eine der verworrensten: Auf der Probebühne der Berliner Volksbühne hat Sebastian Klink mit Schauspielstudenten "Titus Andronicus" inszeniert - und ist damit gescheitert. Statt einer klaren Linie gibt es ein ermüdendes Hin und Her zwischen Ernsthaftigkeit und Farce. Von Fabian Wallmeier

Janina Sachau in "Aus der Zeit fallen" am Deutschen Theater Berlin (Quelle: dpa)

Kurz-Check: "Aus der Zeit fallen" - Große Worte verhallen

Der Tod des eigenen Kindes ist für Eltern ein unfassbar harter Schlag. Nachdem sein Sohn im Libanonkrieg fällt, beschwört der israelische Schriftsteller David Grossman seine Trauer in dem Stück "Aus der Zeit fallen". Friederike Steinberg hat sich die Uraufführung im Deutschen Theater angesehen.

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Ulrich Matthes und Dagmar Manzel in "Gift" am Deutschen Theater (Quelle: imago)

Kurz-Check: "Gift" - Showdown in der Friedhofshalle

Ein Mann und eine Frau treffen knapp zehn Jahre nach ihrer Trennung wieder aufeinander, um die Umbettung des Grabes ihres Kindes zu regeln - das ist die Grundkonstellation von "Gift", das nun am Deutschen Theater Premiere feierte. Das Stück mag manchmal ins Kitschige abdriften, die Inszenierung nicht die einfallsreichste sein - doch was Dagmar Manzel und Ulrich Matthes zeigen, ist zum Niederknien gut. Von Fabian Wallmeier

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Alle Kurz-Checks nach Bühnen

  • Probenszene für "Don Juan kommt aus dem Krieg" im Berliner Ensemble: Kathrin Angerer und Samuel Finzi (Copyright: Ruth Walz)

    Kurz-Check: "Don Juan kommt aus dem Krieg" - Möhre rein, Licht aus

    In Ödön von Horváths Version ist der Verführer Don Juan ein Kriegsheimkehrer, der viele Frauen bekommt, aber nur eine liebt. Und die ist schon lange tot. Luc Bondy inszeniert das Stück am Berliner Ensemble mit enttäuschender Unentschlossenheit und verschenkt damit letztlich auch seine Riege toller Schauspielerinnen. Von Fabian Wallmeier

  • Thomas Schumacher und Harald Baumgartner in "Alltag & Ekstase" am Deutschen Theater Berlin (Quelle: imago)

    Kurz-Check: "Alltag & Ekstase" - Lass uns reden!

    Warum fühlen, wenn man auch darüber reden kann? In Rebekka Kricheldorfers Stück "Alltag & Ekstase" reden die Protagonisten über sich und ihre Emotionen, und zwar so lange, bis sie eigentlich nichts mehr fühlen. Daniela Löffner hat die bösartig-komische Gesellschaftssatire um die dauerhafte Ich-Reflexion im Deutschen Theater auf die Bühne gebracht. Es darf gelacht und danach noch einmal ordentlich nachgedacht werden - natürlich über sich selbst. Von Ute Zauft

    Janina Sachau in "Aus der Zeit fallen" am Deutschen Theater Berlin (Quelle: dpa)

    Kurz-Check: "Aus der Zeit fallen" - Große Worte verhallen

    Der Tod des eigenen Kindes ist für Eltern ein unfassbar harter Schlag. Nachdem sein Sohn im Libanonkrieg fällt, beschwört der israelische Schriftsteller David Grossman seine Trauer in dem Stück "Aus der Zeit fallen". Friederike Steinberg hat sich die Uraufführung im Deutschen Theater angesehen.

    Ulrich Matthes und Dagmar Manzel in "Gift" am Deutschen Theater (Quelle: imago)

    Kurz-Check: "Gift" - Showdown in der Friedhofshalle

    Ein Mann und eine Frau treffen knapp zehn Jahre nach ihrer Trennung wieder aufeinander, um die Umbettung des Grabes ihres Kindes zu regeln - das ist die Grundkonstellation von "Gift", das nun am Deutschen Theater Premiere feierte. Das Stück mag manchmal ins Kitschige abdriften, die Inszenierung nicht die einfallsreichste sein - doch was Dagmar Manzel und Ulrich Matthes zeigen, ist zum Niederknien gut. Von Fabian Wallmeier

    Außenaufnahme des Deutschen Theaters in Berlin (Quelle: dpa)

    Kurz-Check: "Leerlauf" - Verwundet und besiegt

    Ein Kriegsheimkehrer und der Vater seines gefallenen Kameraden treffen in dieser Uraufführung aufeinander. "Leerlauf" von Rick van den Bos ist ein ungemein hartes und unbedingt sehenswertes Stück über zwei seelisch Verwundete, das in der Box des Deutschen Theaters von zwei herausragenden Darstellern getragen wird. Von Fabian Wallmeier

    Christoph Pütthof und Stefan Schießleder (Foto: Birgit Hupfeld)

    Kurz-Check: "Der talentierte Mr. Ripley" - Tom Ripleys Tanz auf dem Drahtseil

    Ein Mann tötet einen anderen und nimmt dessen Identität an. Darum geht es in Patricia Highsmiths Roman "Der talentierte Mr. Ripley" - und in den bekannten Verfilmungen. In den Kammerspielen des Deutschen Theaters zeigt Bastian Kraft diesen Mr. Ripley nun in einem neuen Licht - und bietet dabei packende Unterhaltung. Von Fabian Wallmeier

    Szene aus "Demetrius/Hieron. Vollkommene Welt" am Deutschen Theater in Berlin (Quelle: dpa)

    Kurz-Check: "Demetrius/Hieron. Vollkommene Welt" - Entmenschlicht unterm Weihnachtsbaum

    Stephan Kimmig eröffnet die Spielzeit am Deutschen Theater mit zwei Stücken über die Bedeutung der Macht: Er verknüpft die Uraufführung von Mario Salazars düsterer, aber nicht ganz stimmiger Zukunftsvison "Hieron. Vollkommene Welt" mit Schillers Dramenfragment "Demetrius" über einen falschen Zaren. Fabian Wallmeier über eine nicht gerade kurzweilige, aber anregende Premiere.

    Deutsches Theater in Berlin (Quelle: dpa)

    Kurz-Check: "2035" - Das Ringen um den Zukunftstrip

    Ein Alien jagt ein Mädchen, ein junger Mann masturbiert sich in die Zukunft und eine Jugendliche durchrast ein Wurmloch. Dazwischen wird gesungen, gehofft und übersprühend gelacht. Am 11. April hatte am Deutschen Theater in Berlin "2035 oder Mit 40 eröffne ich ein Hotel auf dem Mond" Premiere. Jörg Albinsky hat sich mit dem Jungen DT ins Jahr 2035 beamen lassen.

  • "Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs" im Hans Otto Theater Potsdam: Dorothea Breil, Andrea Thelemann, Franziska Melzer, Axel Sichrovsky Christiane Hagedorn und Dennis Herrmann (Foto: HOT/HL Böhme

    Kurz-Check: "Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs" - Spanisches Temperament mischt märkische Bühne auf

    Um Latino-Frauen mit viel Sexappeal und Leidenschaft geht es in „Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs“, dem oscarnominierten Film von Pedro Alomodóvar. Der New Yorker Broadway adaptierte ihn im Jahr 2010 als Musical, jetzt feierte es seine Premiere in Potsdam. Am Hans-Otto-Theater überzeugten witzige Dialoge, schrille Kostüme und eine tolle Hauptdarstellerin. Weniger mitreißend: der Gesang der Schauspieler. Von Franziska Weigelt.

    Pressebild zu "Wie im Himmel" im Hans Otto Theater Potsdam (Foto: HOT / HL Böhme)

    Kurz-Check: "Wie im Himmel" - Befreiung durch den Kirchenchor

    Die Theateradaption des für den Oscar nominierten Films von Kay Pollak "Wie im Himmel", die am Potsdamer Hans Otto Theater Premiere feierte, enthält nahezu alle Elemente, die den Film sehenswert machen. Die Inszenierung mit dem Ensemble und drei Chören dreht sich um einen Dirigenten, der "hören lernen will" und sich dabei in einen Kirchenchor verliebt. Schon lange hat sich Franziska Weigelt nicht mehr so gut im Theater amüsiert.

  • Orit Nahmias, Vernesa Berbo, Dejan Bucin, Jasmina Music, Aleksandar Radenkovic, Mateja Meded und Niels Bormann in "Common Ground" am Maxim Gorki Theater in Berlin (Quelle: imago)

    Kurz-Check: "Common Ground" - "Das ist aber auch alles kompliziert!"

    Was bedeutet es nach dem Balkankrieg, ein Serbe, Bosnier oder Kroate zu sein - und was verbindet sie? Auf einer gemeinsamen Reise nach Bosnien haben sich Yael Ronen und ihr Ensemble, das größtenteils aus dem ehemaligen Jugoslawien stammt, mit Fragen wie dieser befasst. Am Maxim Gorki Theater haben sie daraus ein eindringliches Stück erarbeitet - und doch wäre ein Dokumentarfilm vielleicht die spannendere Lösung gewesen. Von Fabian Wallmeier

    "Kinder der Sonne" im Maxim Gorki Theater (Quelle: Maxim Gorki Theater)

    Kurz-Check: "Kinder der Sonne" - Sozialkritik im Soap Opera-Gewand

    Kein einziges Wort Russisch fällt auf der Bühne des Maxim Gorki Theaters – dafür ein Schuss, und es gibt türkisches Liedgut zu hören. Während draußen die Cholera wütet, pflegt drinnen ein Biochemiker anstelle seiner Ehe verkümmerte Basilikumpflänzchen. Nurkan Erpulats Versuch, Gorkis vorrevolutonäres Drama in Bezug zur Gegenwart zu setzen, holpert zwar an einigen Stellen. Doch unterhaltsamer als jede Soap ist "Kinder der Sonne" allemal. Von Karo Krämer

  • "Die kleinen Füchse" an der Berliner Schaubühne: Thomas Bading, Nina Hoss, Jenny König, Moritz Gottwald, Mark Waschke, David Ruland (Foto: Arno Declair)

    Kurz-Check: "Die kleinen Füchse" - Reiche Charakterschweine im Neurosenmuff

    Nina Hoss hat mit Lilian Hellmans "Die kleinen Füchse" ihren Einstand im Ensemble der Schaubühne gegeben. Die etwas größere darstellerische Sensation des Abends ist aber Ursina Lardi. Doch beide haben ein Problem - und das liegt nicht nur im unzeitgemäßen Stück, sondern auch in Thomas Ostermeiers nicht gerade frischer Inszenierung. Von Fabian Wallmeier

    Schaubühne Berlin: Ingo Hülsmann und Lars Eidinger in "Tartuffe" (Foto: Katrin Ribbe)

    Kurz-Check: "Tartuffe" - Schreien und Plärren im Drehquader

    Michael Thalheimer macht an der Berliner Schaubühne aus Molières Komödie "Tartuffe" fast eine Tragödie. Doch dann gönnt er seinem erstklassigen Ensemble doch noch ein wenig Gaga-Sprech und findet einen überzeugenden Tonfall zwischen den beiden Polen. Die eigentliche Attraktion ist aber nicht die Inszenierung, und auch nicht Lokalmatador Lars Eidinger in der Titelrolle. Von Fabian Wallmeier

  • Pressebild zu "Titus Andronicus" an der Volksbühne am Rosa-Luxenburg-Platz, Berlin (Foto: Marc Brinkmeier)

    Kurz-Check: "Titus Andronicus" - Schreien, meucheln, morden, sterben

    Eine der blutigsten Shakespeare-Tragödien - und eine der verworrensten: Auf der Probebühne der Berliner Volksbühne hat Sebastian Klink mit Schauspielstudenten "Titus Andronicus" inszeniert - und ist damit gescheitert. Statt einer klaren Linie gibt es ein ermüdendes Hin und Her zwischen Ernsthaftigkeit und Farce. Von Fabian Wallmeier

    Martin Wuttke in "Glanz und Elend der Kurtisanen" an der Berliner Volksbühne (Quelle: imago)

    Kurz-Check: "Glanz und Elend der Kurtisanen" - Martin-Wuttke-Show im Dauerflimmern

    René Pollesch hat sich an der Volksbühne Balzacs Roman "Glanz und Elend der Kurtisanen" vorgenommen - und nicht viel davon übrig gelassen. Statt dessen lässt er seine fünf Schauspieler über Fiktion und Authentizität sinnieren und den Verlust des "Glanzes der Öffentlichkeit" lamentieren. Fabian Wallmeier über eine etwas widersprüchliche Premiere, die aber große Kraft aus ihrem sensationellen Hauptdarsteller zieht.

    Pressebild zu "Villa Verdi" an der Volksbühne (Foto: Thomas Aurin)

    Kurz-Check: "Villa Verdi" - Der Provokateur ist friedlich geworden

    Johann Kresnik ist zurück an der Volksbühne. In "Villa Verdi" wehren sich die Bewohner eines Altenheims für Bühnenstars gegen die Schließung des Hauses. Fabian Wallmeier war bei der Premiere dabei - und hat eine für Kresniks Verhältnisse sehr betuliche Nummernrevue gesehen.

  • Rainer Hunold und Ulrich Gebauer in "Öffentliches Eigentum" im Berliner Schlosspark Theater (Copyright: DERDEHMEL/Urbschat.)

    Kurz-Check: "Öffentliches Eigentum" - An allen Ecken geglättet

    Die Mediensatire von Sam Peter Jackson liegt weit unter ihren Möglichkeiten. Dem konnte auch die betuliche Inszenierung des Schlosspark Theaters wenig entgegensetzen. So gerät das Stück stellenweise zu einem freundlichen Schlagaustausch zweier älterer Herren. Hier fehlte das sprichwörtliche Salz in der Suppe. Amüsieren kann man sich trotzdem. Von Ula Brunner

    Pressebild zu "Ground Floor" im Berliner HAU2 (Foto: Kamel Moussa)

    Kurz-Check: "Ground and Floor" - Gesellschaftlicher Geistertanz mit Botschaft

    Japan hat sich nach der Erdbebenkatastrophe von 2011 verändert. Der Autor und Regisseur Toshiki Okada verknüpft den Seelenzustand einer erschütterten Gesellschaft mit seiner minmalistischen Vorstellung von Musiktheater. Jetzt hat seine internationale Koproduktion im Berliner HAU2 Deutschland-Premiere gefeiert. Harte Kost, die aber atmosphärisch eindrucksvoll inszeniert - und an manchen Stellen überraschend einfach gestrickt ist. Von Fabian Wallmeier

    Pressebild zu "Schwarz tragen" im Ballhaus Naunynstraße (Foto: Rebecca Sampson)

    Kurz-Check: "Schwarz tragen" - Sie sprechen aber gut Deutsch!

    Fünf Schwarze teilen sich eine WG. Fünf Menschen, die zwar höchst verschieden sind, aber eine Erfahrung teilen: die Schwierigkeit, Deutsche mit schwarzer Hautfarbe zu sein. Doch dann ist plötzlich einer von ihnen tot. Die Uraufführung von Elizabeth Blonzens Stück im Ballhaus Naunynstraße hat zwar deutliche Schwächen, bietet aber spannende Einblicke. Von Fabian Wallmeier

    Pressebild zu "Deeply Really Truly" in den Berliner Sophiensaelen (Copyright: Andre Wunstorf)

    Kurz-Check: "Deeply Really Truly" - Das tut mir leid, im Herzen aufrichtig leid …

    Präsidenten tun es, fehlbare Sportler-Ikonen und am häufigsten gefallene C-Promis – sich öffentlichkeitswirksam zu entschuldigen. Für die unbeabsichtigt Erschossenen, den Seitensprung oder den verbalen Fauxpas. Eine Produktion in den Sophiensälen über epochale Gesten, reuige Sünder und Heucheleien, dass sich die Balken biegen. Von Jörg Albinsky

    Szenenfoto aus "Der Käfer" im Heimathafen Neukölln (Copyright: Verena Eidel)

    Kurz-Check: "Der Käfer" - Kafka zu Gast bei Familie Flodder

    Es ist ja oft vom versteckten Humor in den Texten von Franz Kafka die Rede. Bei der Umdeutung seiner "Verwandlung" im Heimathafen Neukölln kann von versteckt keine Rede mehr sein: Mit Hilfe von deftigem Trash wird hier der über Nacht zum Käfer mutierte Gregor Samsa zum Sozialschmarotzer. Am Mittwoch hat die grundsympathische Inszenierung Premiere gefeiert. Von Fabian Wallmeier

    Pressebild zu "Unter Drei" im Ballhaus Ost (Foto: Marcus Lieberenz)

    Kurz-Check: "Unter Drei" - Wir wollen die Nazis sehen

    Darf man das Thema Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) auf unterhaltsame Weise auf die Bühne bringen? Ja, findet Karin Losert, wenn es so entlarvend geschieht wie im Stück "Unter Drei" von Olivia Wenzel und Mareike Mikat, das im Ballhaus Ost Premiere feierte.

    Pressebild zu "Paarungen" in der Komödie am Kurfürstendamm (Quelle: www.apropos-foto.de)

    Kurz-Check: "Paarungen" - Szenen-Applaus für Yoga-Leistungen

    Ein langjähriges Ehepaar bekommt Besuch von einem anderen Paar. So weit, so unspektakulär. Doch das Ehepaar in spe sorgt für diverse Enthüllungen. Am 14. April hatte in der Komödie am Kurfürstendamm in Berlin "Paarungen" von Eric Assous Premiere. Sabine Prieß war dabei, als auf der Bühne schmutzige Wäsche gewaschen wurde.