
Kurz-Check: "Paarungen" - Szenen-Applaus für Yoga-Leistungen
Ein langjähriges Ehepaar bekommt Besuch von einem anderen Paar. So weit, so unspektakulär. Doch das Ehepaar in spe sorgt für diverse Enthüllungen. Am 14. April hatte in der Komödie am Kurfürstendamm in Berlin "Paarungen" von Eric Assous Premiere. Sabine Prieß war dabei, als auf der Bühne schmutzige Wäsche gewaschen wurde.
Das Thema
Das langjährige Ehepaar Katharina und Stephan erwartet Gäste. Stephan hat gegen den Willen Katharinas den gemeinsamen Freund Paul mit dessen neuer - deutlich jüngerer - Gespielin eingeladen. Katharina, die der übergewichtigen Exfrau Pauls die Treue hält, nutzt die Gelegenheit, um reinen Tisch zu machen. Dabei stellt sich heraus, dass alle in der Runde perfide, und miteinander verwobene Geheimnisse haben, die bis zu diesem Abend friedlich unterm Teppich schlummern durften. Überdies hat Paul aber auch noch im Lotto gewonnen und es steht sowohl die Frage im Raum, ob Geld glücklich machen kann als auch die, ob die Liebe käuflich ist - und wenn ja, ob das verwerflich sein muss.
Die Inszenierung
Das Stück ist klar auf die vier handelnden Darsteller fokussiert. Mit schlagfertigen Bemerkungen und humorvollen Spitzen setzen sie sich in Szene. Die komplette Handlung, samt mehrerer Rückblicke, spielt sich im Wohnzimmer von Katharina und Stephan ab. Die Szenenwechsel werden von einer überlebensgroßen Filmprojektion, einer Straßenszene Berlins, illustriert. Dazu werden die jeweilige Situation untermalende Songzitate der Band Element of Crime wie "Liebling sag mir morgen früh nochmal, dass wir glücklich sind" eingespielt.
Die Darsteller
Jedem einzelnen der vier Darsteller nimmt man seine Rolle ab. Theresa Scholze spielt das etwas niveaulose junge Luder, die nicht nur den abgehalfterten langweiligen Lottogewinner Paul abbekommen hat, sondern auch dem relativ wenig konturierten Ehemann Stephan den Kopf verdreht. Der Star des Abends, Katja Weitzenböck als Katharina, glänzt in gleich mehrerer Hinsicht: Bemerkenswert sind nämlich neben ihrer auf den Punkt gespielten schauspielerischen Leistung auch ihre gymnastischen Fähigkeiten in Sachen Yoga.
Das Bühnenbild
Eine schlichte Kulisse deutet das durchaus stilvolle Zuhause des etablierten Ehepaares Katharina und Stephan an. Geschmackvolle Hölzer, einige wenige stylische Elemente und langstilige Blumen bestimmen das Setting. Auch der Teppich, unter dem es wabbert, liegt mit seinen beigen Tönen im Trend. Schön ist die transparente Wand im Hintergrund der Bühne, auf der die Schatten der gerade nicht im Vordergrund agierenden Darsteller einige Male eine parallele Handlung andeuten.
Die Publikumsreaktionen
Das Publikum, dessen Altersdurchschnitt weit über dem der Darsteller liegt, geht voll mit. Da wird laut gelacht, immer wieder ausdauernd Szenenapplaus gegeben - auch für die Yoga-Leistungen von Katja Weitzenböck. Aber wie sagte ein Herr euphorsch zu seiner Begleitung: "Nach drei Minuten weiß man genau, worum es geht!"
Der Spaßfaktor
Das Stück macht gute Laune. Der Spaß steigert sich aber ganz offenbar mit zunehmendem Alter noch. Der Blick zurück auf die Höhen und Tiefen der Midlife Crisis der Anderen scheint enorm viel Unterhaltungswert zu haben.















































