Eine Glocke steht auf dem ehemaligen Standort der Garnisonkirche in Potsdam (Quelle: imago/Philip Schilf)

Finanzierung für Potsdamer Bauwerk steht noch nicht - Garnisonkirche soll ab 2017 wieder aufgebaut werden

Fast die Hälfte der benötigten Millionen fehlt der Garnisonkirchenstiftung noch – trotzdem gibt die umstrittene Stiftung nun bekannt: Mit dem Wiederaufbau der 1945 zerstörten Kirche soll es 2017 losgehen. In diesem Jahr soll daher noch einmal kräftig geworben werden.

Nach derzeitiger Planung soll der Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche im kommenden Jahr beginnen. Der Baubeginn werde für das 2017 angestrebt, erklärte die Fördergesellschaft. Zeitlichen Druck mache den Förderern dabei die brandenburgische Bauordnung: Danach müsse mit dem Bau spätestens 2018 begonnen worden sein, 2020 soll die wiederaufgebaute Kirche stehen, so der Vorsitzende der Fördergesellschaft, Matthias Dombert am Montag.

Von den kalkulierten knapp 38 Millionen Euro veranschlagten Kosten seien bisher rund 6,6 Millionen Euro eingegangen und bereits zu großen Teilen für die Planung eingesetzt worden, hieß es. Weitere rund 2,4 Millionen Euro stünden von Förderern und Unterstützern in Aussicht. Der Bund habe 12 Millionen Euro zugesagt, die allerdings erst ab Baubeginn zur Verfügung stünden.

17 Millionen Euro fehlen

Somit fehlen 17 Millionen Euro, die durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit eingeworben werden sollen. Neben dem Schwerpunkt der Einwerbung von weiteren Finanzmitteln soll das Bauvorhaben in diesem Jahr mit einem Modell der Garnisonkirche besser präsentiert werden. Im Mittelpunkt soll dabei die in 57 Metern Höhe des Kirchturms geplante Aussichtsplattform stehen. Als einzige in ihrer Umgebung soll sie barrierefrei zugänglich sein.

Ein besonderer Höhepunkt soll ein für den 11. September geplanter Gottesdienst werden, der als ZDF-Fernsehgottesdienst live vom Baufeld der Garnisonkirche übertragen werden soll.

Auf ihrer Internetseite listet die Fördergesellschaft [unterstuetzen.garnisonkirche.de] bereits mehr als 18.500 Befürworter des Wiederaufbaus.

Bei ihrem Staatsbesuch im Juni hatte die britische Königin Queen Elisabeth II die Patenschaft für einen Ziegelstein der Kirche übernommen. Die Kirche war 1945 durch Luftangriffe britischer Bomber zerstört und 1968 abgerissen worden.

Wiederaufbau stark umstritten

2013 hatten die zuständigen Behörden auf Betreiben einer Bürgerinitiative die Baugenehmigung für den Wiederaufbau der Kirche erteilt. Das Projekt ist allerdings stark umstritten, denn die Kirche gilt auch als Symbol für die Verbindung zwischen Preußen und den Nationalsozialisten: Am 21. März 1933, dem "Tag von Potsdam", reichten sich hier Reichspräsident Paul von Hindenburg und Reichskanzler Adolf Hitler demonstrativ die Hand.

Vorletztes Jahr hatten Gegner des Wiederaufbaus in wenigen Wochen in einem Bürgerbegehren 14.000 Stimmen gesammelt. Knapp elf Prozent der Wahlberechtigten in Potsdam sprachen sich darin gegen die Garnisonkirche aus. Unterschriften gegen die Kirche sammelt auch eine Christen-Initiative. Die Garnisonkirchenstiftung wirbt ihrerseits um Unterstützer und sammelt Unterschriften.

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