Renzi will DVD von "Fuocoammare" bei Flüchtlingsgesprächen verteilen - Siegerfilm der Berlinale soll EU-Chefs die Augen öffnen

Der Berlinale-Gewinner "Fuocoammare" zeigt den Alltag von Flüchtlingen und Einwohnern auf der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa; ein Jahr lang begleitete der Regisseur dort das Leben und Sterben. Beim nächsten EU-Gipfel, der die Flüchtlingskrise behandeln wird, will Italiens Ministerpräsident Renzi den anderen Staatschef eine DVD des Films schenken.

Der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi will jedem der EU-Staats- und Regierungschefs beim nächsten EU-Gipfel im März eine DVD des Berlinale-Gewinner-Films "Fuocoammare" über Flüchtlinge auf Lampedusa überreichen.

"Ich hoffe, sie werden Zeit finden, ihn sich anzusehen", erklärte der 41-Jährige am Montag auf seiner Website. "Und nachdem sie ihn gesehen haben, wird es vielleicht möglich sein, anders über Migration zu sprechen."

Sondergipfel zur Flüchtlingskrise

Der Dokumentarfilm des italienischen Regisseurs Gianfranco Rosi war am Wochenende in Berlin mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet worden. Rosis Dokumentation zeigt den Alltag von Einwohnern und Migranten auf der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa, einem Zentrum der europäischen Flüchtlingskrise.

Rosi zeigt auf der einen Seite das Leben der Einwohner Lampedusas, auf der anderen Seite die Not der Flüchtlinge. Hier der 12-jährige Samuel, der mit seinen Freunden Steinschleudern baut und auf Felsen klettert - dort dehydrierte Menschen, die sich mit letzter Kraft an Land schleppen. Hier ein Radiomoderator, der italienische Schlager spielt - dort Menschen, die auf den letzten Metern der Flucht sterben.

Bei der gefährlichen Überfahrt über das Mittelmeer sind bereits tausende Flüchtlinge gestorben, die versuchten, Europa zu erreichen. Für Anfang März hat die EU einen Sondergipfel zur Flüchtlingskrise mit der Türkei angekündigt.  

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66. Internationale Filmfestspiele Berlin, 20.02.2016, Verleihung der Bären, Preisträger Goldener Bär für den Besten Film: Gianfranco Rosi (Buch und Regie "Fuocoammare") (Quelle: dpa)

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