
Zeit und Geld - Was kostet das Schloss - und wann soll es fertig sein?
2019 soll das neue alte Schloss stehen – ein ambitionierter Zeitplan. Zumal im Februar 2014 für die historische Fassade erst annähernd 36 Millionen Euro der angestrebten 80 Millionen Spendengelder zusammen sind.
Wie ist der Zeitplan?
Bis zur zweiten Jahreshälfte 2015 soll der Rohbau fertig gestellt werden. Ende 2017/Anfang 2018 sollen die Bauarbeiten soweit abgeschlossen sein, dass die Einrichtung der Ausstellungsflächen und der Umzug der Museen aus Dahlem beginnen kann. Mitte 2019 ist die Eröffnung des Humboldtforums im Berliner Schloss geplant.
Wie ist die Aufteilung der Kosten?
Das Berliner Schloss soll 590 Millionen Euro kosten. Der Bund wird davon den weit größten Anteil tragen, nämlich 478 Millionen. Das Land Berlin soll nur 32 Millionen Euro beisteuern und der Föderverein Berliner Schloss e.V. hat insgesamt 80 Millionen Euro zugesagt. Mit diesem Geld soll die historische Fassade rekonstruiert werden. Das ist die Vereinbarung, damit das rekonstruierte Schloss nicht teurer wird als ein Haus mit moderner Architektur. Die Rekonstruktion der Vergangenheit ruht also auf den Schultern einer spendenwilligen Bevölkerung.
Wie viel Spenden-Gelder sind bisher zusammen?
Ende Februar 2014 hat der Förderverein Berliner Schloss nach Angaben von Geschäftsführer Wilhelm von Boddien annähernd 36 Millionen Euro an Spenden eingesammelt. Bis Oktober 2013 wurden davon bereits 11,5 Millionen Euro an die Stiftung Berliner Schloss Humboldtforum als Bauherrin überwiesen, bis zu elf Millionen Euro flossen in Baupläne, Modelle und Fassadenteile.
Von den restlichen Spenden muss der Föderverein auch eigene Kosten bestreiten, so zum Beispiel Personal- und Verwaltungskosten oder den Betrieb der "Humboldt-Box" an der Schlossbaustelle.

Bleibt die Fassade stellenweise nackt, wenn nicht genügend Spenden zusammenkommen?
Die Prototypen für die Fassadenteile werden in der Schlossbauhütte in Berlin-Spandau gefertigt. Sie wird ausschließlich von Spenden getragen und ihre Finanzierung ist nach Angaben des Fördervereins derzeit bis in die zweite Hälfte des Jahres 2014 gesichert (Stand: Februar 2014). Doch bald müssen auch Aufträge an externe Firmen vergeben werden, die die Prototypen der Fenster und sonstigen Schmuckelemente für das barocke Äußere des Neubaus in Serie produzieren. "Da wächst der Bedarf", betont Spendesammler von Boddien, "und wir müssen uns ranhalten."
Die Stiftung Berliner Schloss, die als Bauherrin des Wiederaufbaus agiert, zeigte sich im Oktober 2013 allerdings gelassen. Bis ausreichend Spenden eingehen, würden nur die tragenden Elemente der historischen Fassaden rekonstruiert, so Stiftungschef Manfred Rettig. "Alles was wir mit dem Autokran nachträglich anbringen können, lassen wir erstmal weg." Dennoch sind spätestens bis zum geplanten Bauabschluss 2019 noch fast 50 Millionen Euro Spenden nötig.
Der Bundestag hat die Ausgaben für den Bau insgesamt auf 590 Millionen Euro gedeckelt. Was passiert, wenn das Geld nicht reicht?
Hier heißt es von Stiftungschef Manfred Rettig: "Wir bauen das Schloss für 590 Millionen Euro zum Kostenstand von 2011. Indexbedingte Baukostensteigerungen sind darin nicht enthalten, das ist von den Haushältern im Bundestag auch nicht vorgesehen. Aber andere Kostensteigerungen, wie etwa bei der Elbphilharmonie in Hamburg, wird es beim Schloss nicht geben."
Wofür kann gespendet werden?
Eine Spende von 50 Euro finanziert nach Angaben des Fördervereins für einen Teilbaustein, ab 250 Euro gibt es einen Vollbaustein. Ein ganzes Fassaden-Schmuckelement ist symbolisch für 1.250 Euro zu erwerben. Auf Wunsch können sich die Spender im Schloss mit Namensschildern verewigen lassen.
Wer spendet überhaupt?
Der Förderverein Berliner Schloss verzeichnet auf seiner Internetseite bisher rund 16.000 namentlich registrierte Spender (Stand: Februar 2014). Überraschend wenige kommen davon aus Berlin: Unter den auf der Internetseite des Fördervereins namentlich aufgeführten Spendern, finden sich gerade einmal 4.000 Berliner Einzelpersonen oder Organisationen.
Nicht einmal die Hälfte der Spender will namentlich genannt werden. So auch der anonyme Spender, der im März 2013 mit einer Millionenspende die Kuppel des Schlosses gerettet hat. Denn bis dato war unklar, ob genügend Geld für die historische Rekonstruktion zusammenkommt und es drohte eine "nackter " Kuppelrohbau.
Hinzu kommen die Kleinspender, die zum Beispiel in der Humboldt-Box ihre Spende über den Automaten einzahlen.



