Erfolgreiche Zwischenbilanz - Schlossfreunde haben schon mehr als 22 Millionen gespendet
Rund 590 Millionen Euro wird der Wiederaufbau des Berliner Schlosses kosten; 80 Millionen davon sollen über Spenden abgedeckt werden, die ein privater Förderverein zusammentragen will. Am Mittwoch zog Vereinschef Wilhelm von Boddien eine erste Zwischenbilanz. Demnach ist gut ein Viertel der Spenden bereits eingegangen.
Der Förderverein Berliner Schloss hat bisher gut ein Viertel der zugesagten 80 Millionen Euro für den Wiederaufbau der Hohenzollernresidenz gespendet. Wie Vereinschef Wilhelm von Boddien am Mittwoch erläuterte, wurden 11,5 Millionen Euro bar überwiesen, bis zu elf Millionen Euro gingen in Baupläne, Modelle und Fassadenteile.
Ingesamt hat der Förderverein sogar schon an die 30 Millionen Euro eingesammelt; davon muss er aber auch eigene Kosten bestreiten, so zum Beispiel Personal- und Verwaltungskosten oder den Betrieb der "Humboldt-Box" an der Schlossbaustelle, die zentrale Informationsplattform für den Schlossbau.
Bisher sind Zeit- und Kostenrahmen eingehalten worden
Insgesamt soll der Wiederaufbau des zu DDR-Zeiten gesprengten Schlosses im Zentrum Berlins 590 Millionen Euro kosten. Den Löwenanteil zahlt der Bund, die 80 Millionen Euro Spenden sind für die Rekonstruktion der historischen Fassaden zugesagt.
Die Fassadenteile werden in der Schlossbauhütte in Berlin-Spandau gefertigt. Sie wird ausschließlich von Spenden finanziert und ihre Finanzierung ist nach Angaben des Fördervereins nur bis in das Jahr 2014 hinein gesichert (Stand Juni 2013). Dabei gehen alle Beteiligten davon aus, dass die 80 Millionen Euro für die Fassade zusammenkommen, so Spendensammler Wilhelm von Boddien.
Derzeit liege der Bau jedenfalls voll im Zeit- und Kostenrahmen, sagte Manfred Rettig, Vorstand der Stiftung Berliner Schloss, am Mittwoch. Als Bauherr ist die Stiftung für das Mammutprojekt im Herzen Berlins verantwortlich.
Bis ausreichend Spenden eingehen, werden seinen Angaben zufolge nur die tragenden Elemente der historischen Fassaden rekonstruiert. "Alles was wir mit dem Autokran nachträglich anbringen können, lassen wir erstmal weg." Dennoch sind spätestens bis zum geplanten Bauabschluss 2019 noch rund 60 Millionen Euro Spenden nötig.
Der Förderverein will deshalb - unter anderem mit einem animierten 3D-Film - verstärkt um Unterstützung werben. Sowohl Boddien wie auch Rettig zeigten sich überzeugt, dass die Spendenbereitschaft mit dem Fortgang des Projekts weiter steigt. Ende 2014 wird laut Rettig der Rohbau stehen. Das Schloss soll unter dem Namen Humboldtforum ein Ausstellungs- und Kommunikationszentrum werden.






