Der Vorstand und Sprecher der Stiftung Berliner Schloss - Humboldtforum, Manfred Rettig (Quelle: dpa)

Kosten- und Terminplan bisher eingehalten - Der Bauherr des Berliner Stadtschlosses hört vorzeitig auf

Er gilt als einer der erfolgreichsten Bauherren an Berlins Großbaustellen, doch noch vor Abschluss des Wiederaufbaus des Stadtschlosses gibt Manfred Rettig sein Amt auf. Er freue sich auf eigene Projekte, erklärte der 63-Jährige. Über seine Nachfolge muss noch beraten werden.

Der Bauherr des Berliner Stadtschlosses, Manfred Rettig, gibt überraschend sein Amt auf - und zwar schon im März. Das teilte die von ihm geführte Stiftung "Berliner Schloss - Humboldtforum" am Dienstag in Berlin mit. Der 63-Jährige hatte seit 2009 den auf 590 Millionen Euro veranschlagten Bau betreut.

Als Geschäftsführer der Stiftung ist Rettig der zuständige Baumanager für den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses in Berlins Mitte und muss dafür sorgen, dass Kosten und Termine eingehalten werden.

Rettig gilt als erfolgreicher Manager am Bau. Zuletzt konnte er beim Richtfest im Juni 2015 offiziell verkünden, dass alles im Zeitplan liege. Angesichts dessen, dass bisher auch die veranschlagten Kosten eingehalten werden, gilt das Projekt im Vergleich zu den zahlreichen Bau-Desastern der Stadt als Vorzeigeprojekt.

Rettig freut sich auf eigene Projekte

Über seine Nachfolge bei der Schloss-Stiftung soll im März beraten und entschieden werden, teilte der Stiftungsratsvorsitzende, Baustaatssekretär Florian Pronold (SPD), mit. Rettig ist von Haus aus Architekt und war vor seiner Berufung zum Vorstand der Stiftung Leiter des Umzugsstabs der Bundesregierung von Bonn nach Berlin und langjähriger Geschäftsführer der Bundesbaugesellschaft Berlin.

Nach einem langen Berufsleben freue er sich nun darauf, sich verstärkt eigenen Projekten widmen zu können, hieß es in der Mitteilung.

Das Schloss soll ein Kultur- und Ausstellungszentrum werden

Der Neubau des Stadtschlosses soll mit dem so genannten Humboldtforum ein Kultur- und Ausstellungszentrum beherbergen, ähnlich wie das Centre Pompidou in Paris. Schwerpunkt wird die außereuropäische Kunst - als Ergänzung zu den europäischen Sammlungen auf der gegenüberliegenden Museumsinsel. Neben dem Ethnologischen Museum wird auch das Museum für Asiatische Kunst von Dahlem nach Berlin-Mitte ziehen. Beide Museen zusammen werden dort rund 23.000 der insgesamt 41.000 Quadratmeter Fläche des Neubaus für sich beanspruchen können.

Ende 2017/Anfang 2018 sollen die Bauarbeiten soweit abgeschlossen sein, dass die Einrichtung der Ausstellungsflächen und der Umzug der Museen aus Dahlem beginnen kann. Die Vorbereitungen dafür haben schon begonnen und das Ethnologische Museum hat die Ausstellungen Südsee und Indianer Nordamerikas seit Sonntag geschlossen.