Archivbild: Boote der Bewohner von Südseeinseln stehen in der großen Bootshalle der Südsee-Abteilung des Ethnologischen Museums in Berlin (Quelle: dpa)

Vorbereitungen für den Umzug ins Stadtschloss - Vorerst letzter Blick auf die Südsee-Boote in Dahlem

Die Südsee-Sammlung der Museen in Dahlem kann nur noch bis Sonntagabend bestaunt werden - vorerst. Die ersten Ausstellungsstücke müssen wegen ihrer Größe in den Neubau des Stadtschlosses umziehen, solange dieser noch im Rohbau ist. Einiges wird in Dahlem aber weiterhin zu besichtigen sein.

Sie gehören zu den Hauptattraktionen des Ethnologischen Museums in Dahlem: Original-Südseeboot, Palauhäuser und Kulthäuser aus Kizil. Sie gehören aber auch zu den größten Ausstellungsstücken des Museums und müssen deswegen in den Neubau des Berliner Stadtschlosses umziehen, solange dieser noch im Rohbau ist. Sonst würden sie nicht mehr durch die Tür passen. Ab 2019 sollen sie dann im so genannten Humboldt-Forum im neu aufgebauten Berliner Stadtschloss zu bewundern sein.

Wegen der Vorbereitungen für den Umzug der großen Ausstellungsstücke schließt das Ethnologische Museum ab Sonntagabend die Ausstellungen Südsee und Indianer Nordamerikas. Der Rest der Sammlungen soll 2019 umziehen, insgesamt handelt es sich um 17.500 Objekte. Die Kosten für den Umzug werden auf 32 Millionen Euro geschätzt.

Das Humboldtforum im neugebauten Schloss soll ein Kultur- und Ausstellungszentrum werden, ähnlich wie das Centre Pompidou in Paris. Schwerpunkt wird die außereuropäische Kunst - als Ergänzung zu den europäischen Sammlungen auf der gegenüberliegenden Museumsinsel. Neben dem Ethnologischen Museum wird auch das Museum für Asiatische Kunst von Dahlem nach Berlin-Mitte ziehen. Beide Museen zusammen werden dort rund 23.000 der insgesamt 41.000 Quadratmeter Fläche des Neubaus für sich beanspruchen können.

Kritik an "Kolonialraubkunst"

An den Exponaten, die künftig im Humboldtforum zu sehen sein sollen, wird auch Kritik geübt: Die Initiative "No Humboldt 21" fordert seit Langem eine Aufklärung über die Erwerbsgeschichte der Kunstobjekte. Viele seien durch ihren Erwerb im kolonialen Kontext als Raubkunst anzusehen, so die Initiative. Zuletzt forderte sie ein Moratorium für das neue Kunstforum.

Während das Museum Europäischer Kulturen in Dahlem bleibt, sollen das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst in Dahlem ganz schließen. Was aus den Räumlichkeiten wird, ist noch offen.