Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, am 03.09.2015 bei der Auslobung eines Ideenwettbewerbs für das Museum des 20. Jahrhunderts als Ort der Moderne im Berliner Kulturforum (Quelle: imago/Jürgen Heinrich)

Stiftungspräsident widerspricht im rbb zurückgetretenem Bauherrn Rettig - Parzinger hält an Eröffnung des Stadtschlosses 2019 fest

Manfred Rettig, der zurückgetretene Bauherr des Stadtschlosses, bekommt noch mehr Gegenwind: Nach dem Regierenden Bürgermeister widerspricht nun auch der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz den Aussagen Rettigs: Nein, Änderungen am Bau seien nicht vorgesehen, es bleibe beim Eröffnungstermin 2019.

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, ist davon überzeugt, dass das Humboldt-Forum 2019 eröffnet werden kann. "Es gibt von uns keine Wünsche für Änderungen am Bau. Wenn es nach unserem Plan geht, kann man 2019 eröffnen", sagte Parzinger, der Mitglied der Gründungsintendanz des Humboldt-Forums ist, am Freitag im rbb.

Parzinger reagierte damit erstmals öffentlich auf die Kritik des zurückgetretenen Baumanagers Manfred Rettig. Der Bau-Manager des Berliner Schlosses hatte am Dienstag überraschend verkündet, seinen Posten zum März aufzugeben. Rettig warf den Nutzern des Humboldt-Forums, zu denen Parzinger als Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz gehört, vor, dass sie die bisherigen Pläne zum Bau des Schlosses ändern möchten und damit den Zeitplan gefährden würden.

Parzinger wertet Rettigs Äußerungen als "Warnung für die Zukunft"

Dem widersprach Parzinger. "Herr Rettig weiß sehr wohl, dass wir bei den Museen, für die ich verantwortlich bin und die circa 80 Prozent des Humboldt-Forums belegen, mit Vor-Entwurfs- und Ausführungsplanung voll im Zeit- und Kostenplan liegen", sagte er.

Parzinger sagte weiter, dass er Rettigs Rücktritt bedauere. Er sehe darin aber kein Zeichen dafür, dass es tatsächlich Mängel in der Planung des Berliner Schlosses gebe. "Ich verstehe die Äußerungen von Herrn Rettig als Warnung für die Zukunft", argumentierte Parzinger.

Müller: Keine weiteren Veränderungen geplant

Auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte Rettig widersprochen. Das Land Berlin habe durch Umplanungen keine Bauverzögerungen oder Kostensteigerungen bei der Wiedererrichtung des Berliner Schlosses verursacht. Die Änderung des Ausstellungskonzeptes habe keinen Einfluss auf den Baufortschritt gehabt, sagte Müller am Donnerstag im Abgeordnetenhaus.

Die dafür notwendige Versetzung einer Wand sei mit dem am Dienstag zurückgetretenen Manager Manfred Rettig abgesprochen gewesen. Es seien auch keine weiteren Veränderungen geplant.

Müller dankte Rettig für seine enorme Leistung, mit einem solchen Großprojekt im Zeit- und Kostenrahmen (590 Millionen Euro) geblieben zu sein. Er bedauere aber sehr, dass Rettig sich in der nächsten und schwierigeren Phase - nämlich dem Einbau der technischen Ausstattung - nicht mehr dieser Verantwortung stelle.

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