
Bauherrin weist Vorstoß von Architekt Stephan Braunfels zurück - Berliner Stadtschloss wird nicht umgeplant
Beim Architektenwettbewerb zum Berliner Stadtschloss blieb der Vorschlag unbeachtet. Jetzt - wo es eigentlich längst zu spät ist - holt der Berliner Architekt Stephan Braunfels sein Konzept für das Schloss wieder aus der Schublade. Er fordert den Verzicht auf den modernen Anbau zur Spree und will damit nebenbei bis zu 100 Millionen Euro sparen. Doch die Bauherrin des Schlosses will davon nichts wissen.
Nach dem Vorstoß des Architekten Stephan Braunfels sieht die Bauherrin des Berliner Stadtschlosses keinen Anlass für eine Umplanung des Projekts. "Wir haben eine klare Entscheidung des Bundestags. Dabei bleiben wir", sagte der Pressesprecher der Stiftung Berliner Schloss - Humboldtforum, Bernhard Wolter, am Freitag. "Es gibt keinen Grund, etwas zurückzudrehen, nur weil Herr Braunfels seinen eigenen Entwurf toll findet."
Der Architekt Stephan Braunfels, der neben mehreren Bundestagsbauten auch die Münchner Pinakothek der Moderne entworfen hat, hatte am Donnerstag eine radikale Umplanung des Stadtschlosses vorgeschlagen - obwohl die Bauarbeiten bereits begonnen haben. Der auf 590 Millionen Euro veranschlagte Bau könne dadurch bis zu 100 Millionen Euro billiger werden, sagte Braunfels. Er schlägt vor, drei Seiten des Schlosses wie geplant nach dem historischen Vorbild wieder zu errichten. Auf den modernen Anbau zum Osten hin Richtung Spree soll aber verzichtet werden. Dadurch könne der barocke Innenhof zur Stadtmitte hin geöffnet werden.
2015 soll der Rohbau fertig sein
Der Architekt hatte seinen Vorschlag schon bei der Ausschreibung eingebracht, war aber bereits in der Vorrunde des Wettbewerbs vor fünf Jahren gescheitert. Er habe sich drei Jahre nicht zu Wort gemeldet, weil er nicht als schlechter Verlierer dastehen wollte, sagte Braunfels. Jetzt aber wolle er die letzte Chance ergreifen.
Den Zuschlag für den Bau des Stadtschlosses hatte der italienische Architekt Francesco Stella erhalten. Bis zur zweiten Jahreshälfte 2015 soll der Rohbau fertig gestellt werden. Ende 2017, beziehungsweise Anfang 2018 sollen die Bauarbeiten soweit abgeschlossen sein, dass die Einrichtung der Ausstellungsflächen und der Umzug der Museen aus Dahlem beginnen kann. Mitte 2019 ist dann die Eröffnung des Humboldtforums im Berliner Schloss geplant.
Das zu DDR-Zeiten gesprengte Schloss wird nach dem Vorbild des Originals wieder aufgebaut und soll unter dem Namen Humboldtforum ein Kunst- und Kommunikationszentrum werden. Den Löwenanteil der Kosten trägt der Bund. 80 Millionen Euro sollen durch Spenden zusammenkommen.



