
Regie: Annekatrin Hendel, Weltpremiere am 11. Februar, 17:00 Uhr Kino International - Anderson
Annekatrin Hendels Dokumentarfilm läuft in der Sektion "Panorama".
Der Schriftsteller Sascha Anderson, in den 1980ern Fixstern und Popstar des kreativen DDR-Undergrounds, wird 1991 als Stasizuträger ersten Ranges enttarnt. Ein Skandal. Vom Nachnamen blieb nur noch das "A" und nicht wenige ergänzten: "rschlosch".
Der Film erzählt vom wild bewegten Doppelleben des Sascha Anderson zwischen Dissidententum und Verrat - und was es bedeutet, mit Lüge, Vertrauensmissbrauch und dem nicht abwaschbaren Stempel des Verräters zu leben.
Annekatrin Hendel hat die, die nicht mehr miteinander reden, zum Reden bewegt und sie virtuell wieder an den Tisch gesetzt, an den Anderson seit fast 25 Jahren nicht mehr eingeladen wird. Noch immer ist kein Gras über die Sache gewachsen.
Wie zuvor mit ihrem Film VATERLANDSVERRÄTER (Perspektive deutsches Kino 2011, Grimme-Preis 2013) zeichnet Annekatrin Hendel auch mit ANDERSON ein ungewohnt vielschichtiges Bild von der Situation der Künstler in der DDR.
25 Jahre nach dem Mauerfall wirft sie einen neuen Blick auf alte, oft allzu verhärtete Diskussionen.
