
- Fünf Fragen an Dieter und Leonie Bongartz
Wir haben die Drehbuchautoren befragt...
Wenn Sie eine Figur in Ihrem Märchen sein könnten, wären Sie …
DB & LB: Unabhängig voneinander haben wir uns beide für Matthis, den Koch, entschieden. Er beobachtet von seiner Küche aus in Ruhe die Menschen um sich herum - und seine Arbeit ist für ihn eine Freude. Er ist ein guter Koch, ein weiser Mensch und wird zu einer sensiblen Vaterfigur für Allerleirauh.
Kann die Moral von damals in eine heutige Sichtweise transportiert werden?
DB & LB: Sie kann das nicht nur, sie muss es sogar. Bei der Adaption eines klassischen Stoffes stehen alle Mitwirkenden vor der Frage: Was sagt uns dieser Mythos, dieses Stück, diese Geschichte heute? Warum wollen wir dieses uralte Muster noch einmal bearbeiten und verfilmen?
Wie interpretieren Sie selbst das Märchen?
DB & LB: Allerleirauh ist die Geschichte eines starken und klugen Mädchens, das sich nicht missbrauchen und von einem scheinbar Stärkeren dominieren lässt, sondern sich wehrt und sein Schicksal selbst in die Hand nimmt. Allerleirauh riskiert viel, verlässt sich dabei auf seinen Instinkt und lässt sich trotz widrigster Umstände nicht davon abbringen, für sein Glück und seine Bestimmung zu kämpfen.
Welchen Unterschied macht der Film gegenüber der Vorlage?
DB & LB: Wir halten uns so eng wie möglich an die überlieferte Vorlage. Alles was wir benutzen können, nehmen wir, bei Dialogen oft ganz wörtlich in das Manuskript auf. Durch die Interpretation werden natürlich Zuspitzungen, Erweiterungen, Subgeschichten erforderlich, auf der Ebene der Figuren geht es immer um die Schaffung differenzierter Charaktere. Der Koch Matthis zum Beispiel spielt im originalen Märchen eine rein funktionale Rolle – Allerleirauh arbeitet in der Küche, also muss da ein Koch sein. In unserer Adaption wird er die wichtigste Bezugsperson. Ähnlich verhält es sich mit dem jungen König Jakob. Im Märchen muss das Mädchen einen König heiraten, also braucht es einen in der Geschichte. Aus diesem ideellen Gesamtkönig muss eine Adaption eine lebendige, widersprüchliche Figur schaffen. Da haben Autoren natürlich viel Freiheit (und Freude), einen solchen Charakter zu gestalten …
Herr Bongartz, Sie spielen in diesem Jahr sogar mit. Welche Rolle und Warum?
DB: Ich bin der altersschwache Herold am Hof des bösen Königs Tobalt und muss mit dem Heroldsstab auf den Boden klopfen, um eine Rede meines Chefs anzukündigen – ich spiele also eine Rolle, die meinen schauspielerischen Fähigkeiten auf den Leib geschneidert ist. Eigentlich schreibe ich mir immer eine Komparsenrolle in die Drehbücher. So kann ich mich einen Tag auf dem Set amüsieren.
DB & LB: Unabhängig voneinander haben wir uns beide für Matthis, den Koch, entschieden. Er beobachtet von seiner Küche aus in Ruhe die Menschen um sich herum - und seine Arbeit ist für ihn eine Freude. Er ist ein guter Koch, ein weiser Mensch und wird zu einer sensiblen Vaterfigur für Allerleirauh.
Kann die Moral von damals in eine heutige Sichtweise transportiert werden?
DB & LB: Sie kann das nicht nur, sie muss es sogar. Bei der Adaption eines klassischen Stoffes stehen alle Mitwirkenden vor der Frage: Was sagt uns dieser Mythos, dieses Stück, diese Geschichte heute? Warum wollen wir dieses uralte Muster noch einmal bearbeiten und verfilmen?
Wie interpretieren Sie selbst das Märchen?
DB & LB: Allerleirauh ist die Geschichte eines starken und klugen Mädchens, das sich nicht missbrauchen und von einem scheinbar Stärkeren dominieren lässt, sondern sich wehrt und sein Schicksal selbst in die Hand nimmt. Allerleirauh riskiert viel, verlässt sich dabei auf seinen Instinkt und lässt sich trotz widrigster Umstände nicht davon abbringen, für sein Glück und seine Bestimmung zu kämpfen.
Welchen Unterschied macht der Film gegenüber der Vorlage?
DB & LB: Wir halten uns so eng wie möglich an die überlieferte Vorlage. Alles was wir benutzen können, nehmen wir, bei Dialogen oft ganz wörtlich in das Manuskript auf. Durch die Interpretation werden natürlich Zuspitzungen, Erweiterungen, Subgeschichten erforderlich, auf der Ebene der Figuren geht es immer um die Schaffung differenzierter Charaktere. Der Koch Matthis zum Beispiel spielt im originalen Märchen eine rein funktionale Rolle – Allerleirauh arbeitet in der Küche, also muss da ein Koch sein. In unserer Adaption wird er die wichtigste Bezugsperson. Ähnlich verhält es sich mit dem jungen König Jakob. Im Märchen muss das Mädchen einen König heiraten, also braucht es einen in der Geschichte. Aus diesem ideellen Gesamtkönig muss eine Adaption eine lebendige, widersprüchliche Figur schaffen. Da haben Autoren natürlich viel Freiheit (und Freude), einen solchen Charakter zu gestalten …
Herr Bongartz, Sie spielen in diesem Jahr sogar mit. Welche Rolle und Warum?
DB: Ich bin der altersschwache Herold am Hof des bösen Königs Tobalt und muss mit dem Heroldsstab auf den Boden klopfen, um eine Rede meines Chefs anzukündigen – ich spiele also eine Rolle, die meinen schauspielerischen Fähigkeiten auf den Leib geschneidert ist. Eigentlich schreibe ich mir immer eine Komparsenrolle in die Drehbücher. So kann ich mich einen Tag auf dem Set amüsieren.



