Regisseur Bodo Fürneisen (Quelle: rbb/Arnim Thomaß)

Regisseur Bodo Fürneisen, Redakteurinnen Sabine Preuschhof und Anke Sperl - Fünf Fragen, Fünf Antworten

"Märchenfilme zu realisieren ist ein Traum. Wenn Kinderaugen leuchten und die Eltern ebenfalls begeistert werden können, dann haben wir einen guten Job gemacht."

Regisseur Bodo Fürneisen

1. Für welche Märchenfigur konnten Sie sich als Kind am meisten begeistern?
Ich konnte mich am meisten für die Prinzessin aus "Das singende , klingende Bäumchen" bgeistern. Sie war zwar ziemlich fies, wurde dann aber zum Guten bekehrt aus meiner kindlichen Sicht war sie wunderschön. Im Alter von 6 oder 7 Jahren war sie wohl meine erste große Liebe. Da ist man bereit einiges in Kauf zu nehmen. Als die Schauspielerin Christel Bodenstein dann eines Tages leibhaftig vor mir stand, bekam ich einen Eindruck davon, was es bedeutet, wenn Wunder wirklich wahr werden. Tolles Gefühl!

2. Wenn Sie eine Figur in Ihrem Märchen sein könnten, wären Sie …
... der Prinz, der sich irre und wunderbar naiv verliebt. Ihm bedeutet Liebe mehr als mögliche Macht über Land und Menschen. Er klärt den Konflikt zwischen Pflicht (dem Vater und der Profession gegenüber) und Neigung (zu seiner Liebe) auf wunderbar märchenhafte Weise für ihn und alle, die ihm wichtig sind.

3. Und die Moral von der Geschicht?
Bleib Mensch und ergötze dich nicht an Macht und triff deine eigenen Entscheidungen. Richte dich nicht nach fremdem Willen, denke über die wirklichen Werte des Lebens nach und folge keinem Fetisch - welcher Coleur auch immer. Das ist eicht gesagt und gar nicht immer so leicht getan. Die Verführungen sind beträchtlich.

4. Welchen märchenhaften Trick oder magische Kräfte würden Sie gerne einmal ausprobieren?
Hören können was andere wirklich denken - wie lustig oder eher auch wie deprimierend!?

5. Was ist das besondere daran, Filme für Kinder und Familien zu drehen?
Es ist besonders, wieder selbst ein wenig Kind sein zu können und dabei häufig Phantasien der besonderen Art filmisch realisieren zu können und sich der Schwierigkeit zu stellen für sehr unterschiedliche "Zielgruppen" gleichermaßen eine bewegenden emotionale Geschichte zu erzählen.
Sabine Preuschhof und Anke Sperl, Quelle: rbb

Redakteurinnen Sabine Preuschhof und Anke Sperl

1. In welcher Verantwortung sehen Sie sich, wenn Sie Filme für Kinder und Familien machen?
S. P.: Es muss für alle etwas dabei sein: für Kinder der Spaß, das Träumen und die Spannung. Und für die Großen der Humor zwischen den Zeilen und die Professionalität.
A. S.: Unsere Verantwortung ist es, die Kinder auf einem Stück ihres Weges zu begleiten, ihnen mit filmischen Mitteln die Welt zu erklären, ihnen helfen, Dinge zu erfragen bzw. zu hinterfragen. Aber auch ein Stück "Fernsehgenuss" ganz in Familie soll entstehen.

2. Wie würden Sie persönlich das Märchen interpretieren? Was ist daran noch wichtig für die heutige Zeit?
S. P.: Lass nie zu, dass andere über dich entscheiden!
A. S.: Es ist eine moderne Castingshow, nur dass am Ende die Liebe siegt und man selbstbestimmt entscheiden kann.

3. Was hat Sie beim Drehen zum Lachen gebracht?
S. P.: Ich musste über die Drehkinder mit ihrer Fröhlichkeit lachen und ihre wunderbaren Fragen an Iris Berben, z.B.: "Sind deine Haare echt so schön lila?"
A. S.: Ich mocht die Szene, in der der Prinz aus der Tischlerwerkstatt zurück ins Schloss eilt, weil er eine Verabredung mit seinem Vater hat. Robert Gwisdek musste rennen, die Perücke festhalten, das Schlosstor öffnen, sich eine Jacke anziehen - und das alles gleichzeitig. Es sah witzig aus und die Szene brachte ihn mächtig ins Schwitzen.

4. Was hat Sie beim Drehen geschockt, genervt oder verwundert?
S. P.: Wir hatten Mühe, die richtige Krone für Michael Gwisdek zu finden: entweder war sie zu groß oder zu klein oder zu bunt oder zu eckig oder zu golden oder …
A. S.: Das schlechte Benehmen der Pressekollegen auf dem Fototermin.

5. Welchen märchenhaften Trick oder magische Kräfte würden Sie gerne einmal ausprobieren?
S. P.: Ich möchte in eine Zeit ohne Autos zurück, also eine kleine Zeitreise machen.
A. S.: Ich würde gern einen sprechenden Frosch küssen. Stimmt das Märchen, dann wird er ein schöner Königssohn, wenn nicht - ein Rasierapparat. Und die Moral von der Geschicht', glaube sprechenden Fröschen nicht.

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