
Thomas Brinx und Anja Kömmerling - Sechs Fragen, sechs Antworten
Warum interessieren Sie sich als erwachsene Menschen für Märchen?
Märchen haben nichts mit Alter zu tun. Es sind wunderbare Geschichten, die man aus seiner Kindheit mitgenommen hat und die immer noch faszinieren, wenn man sie nun seinen eigenen Kindern vorliest. Es ist eine Ehre, sie als Autor zum Film umschreiben zu dürfen.
Warum gerade dieses Märchen?
Weil das Märchen vom "König Drosselbart" sehr vielschichtig ist und auch für Erwachsene jede Menge zu bieten hat. Ein Mann, der eine widerspenstige Frau zu zähmen versucht ... Da steckt, gerade heute, jede Menge, auch komödiantischer Zündstoff drin, den man genüsslich 'abfackeln' kann.
Welches ist Ihr Lieblingsmärchen?
Anja Kömmerling: Mein persönliches Lieblingsmärchen ist "Die Gänsemagd". Thomas Brinx: Meines ist "Rumpelstilzchen".
Was ist die Moral von der Geschicht'?
Hochmut kommt vor dem Fall.
Haben Sie es eine eigene Interpretation?
Wir wollten einfach eine andere, etwas zeitgemäßere Auslegung schaffen.
Welche Unterschiede gibt es zwischen der Vorlage und dem Film?
Insgesamt erschien uns das Märchen zu 'altbacken'. Eine hochmütige und zickige Prinzessin wird von einem weisen König so lange planmäßig erniedrigt, bis sie gezähmt ist und er sie zur Belohnung heiraten kann. Das klingt nicht unbedingt modern.
Also haben wir aus dem sehr erwachsen wirkenden König einen etwas unbedarfteren Prinzen gemacht, der sich schwer in die Prinzessin verliebt und mehr von seinen Emotionen getrieben wird, als dass er planvoll vorgeht, und am Ende übers Ziel hinausschießt. Außerdem haben wir eine weitere, emanzipierte Frauenfigur dazu erfunden, die ihm gelegentlich auf die Finger klopft. Im Film wird also auch Drosselbart etwas zu lernen haben.






