Bild von einem Panzer (Quelle: rbb)

- Der Prager Frühling

1968 ist das Jahr, in dem am 21. August eine halbe Million Soldaten des Warschauer Paktes die CSSR besetzen. In Ost-Berlin ist der Alex eine Großbaustelle. Die DDR-Hauptstadt soll das Schaufenster der Republik werden.
Ostberlin im Frühsommer 68. Der Alexanderplatz ist eine Großbaustelle. Der Sozialismus soll schick werden und die DDR-Hauptstadt das moderne Schaufenster der Republik. Es ist das Jahr, in dem Toni Krahl 18 ist, ein Oberschüler voller Tatendrang. Seine Idole heißen allerdings nicht Lenin und Rosa Luxemburg, sondern "Beatles" und "Stones".

Im Juni reist Toni Krahl nach Prag und ist begeistert von der offenen Lebensart: "Sozialismus mit menschlichem Antlitz". Zwei Monate später, am 21. August, besetzen eine halbe Million Soldaten des Warschauer Paktes die CSSR. Die Westberliner sind schockiert. Und auch Toni Krahl, der Oberschüler in Ostberlin, ist es.

Was noch passierte:

1968 - das war das Jahr, in dem Soldaten des Warschauer Paktes in die Tschechoslowakei einmarschierten, im Westen vor allem Studenten gegen den Vietnam-Krieg, die Springer-Presse und gegen die Notstandsgesetze protestieren. Der Studentenführer Rudi Dutschke und Gallionsfigur der Außerparlamentarischen Opposition (APO) wird niedergeschossen.

Es ist das Jahr, in dem sich der Transitverkehr von West nach Ost für die DDR-Regierung zur lukrativen Einnahmequelle entwickelt. Und bei der Westberliner Polizei hatte der "Tschako", die damalige Kopfbedeckung, ausgedient.

Der Westberliner Michael Ludwig Müller, damals hochschulpolitischer Korrespondent der Berliner Morgenpost, erlebt die Studenten-Unruhen rund um die Springer-Presse hautnah mit. Toni Krahl, Oberschüler in Ost-Berlin, wird wegen der Teilnahme an einer Demonstration gegen den Einmarsch der Roten Armee in Prag verhaftet.

"Mauerjahre – Leben im geteilten Berlin" dokumentiert 30 Jahre Leben in der zweigeteilten Stadt: von den Monaten vor dem Mauerbau 1961 bis zur offiziellen Wiedervereinigung Deutschlands 1990.