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Die Wiedereröffnung der Berliner Staatsoper Unter den Linden wird um ein weiteres Jahr auf den Herbst 2015 verschoben.
Grund sind mittelalterliche Gebäudereste, die bei den Bauarbeiten im Boden entdeckt wurden. In 17 Meter Tiefe habe man alte Pfahlbauten gefunden, auf denen einst die Berliner Stadtmauer errichtet wurde, wie Senatsbaudirektorin Regula Lüscher am Freitag sagte. Die geplante unterirdische Verbindung zwischen dem Opernhaus und den Probebühnen könne deshalb nicht gegen Grundwasser isoliert werden. Es bestehe die Gefahr, dass dann immer wieder Wasser durch die Betonsohle sickert, und das Gebäude insgesamt in Schieflage gerät.
Leitung der Staatsoper reagiert mit Unverständnis
Der Intendant der Berliner Staatsoper Unter den Linden, Jürgen Flimm, und Generalmusikdirektor Daniel Barenboim haben mit Unverständnis auf die erneute Verschiebung des Übergabetermins für das sanierte Haus reagiert. Man könne die Verlängerung der Sanierung "weder vom Inhalt noch von der Form akzeptieren", sagte Generalmusikdirektor Daniel Barenboim. Das Ensemble sei bereit, schon am 3. Oktober 2014 den Spielbetrieb am Stammsitz wieder aufzunehmen. Es dürfe nicht passieren, dass die "numerisch größte Kulturinstitution" durch "Unfähigkeit" nicht eröffnet werden könne.
Anfang April sei mit dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) besprochen worden, dass die Oper im Herbst 2014 an ihren Stammsitz zurückkehrt, sagte Barenboim. Es reiche für den Neustart, wenn das Haupthaus funktionsfähig ist, die Nebengebäude aber noch nicht fertig sind. Für die letzten Arbeiten könnte das Ensemble Anfang 2015 dann bis zur endgültigen Übergabe im April den Betrieb wieder im bisherigen Ausweichquartier im Schiller Theater auftreten. Er setze in dieser Frage auf die Gesprächsbereitschaft von Senatsbaudirektorin Regula Lüscher.
Intendant Jürgen Flimm sagte, die Staatsoper sei von der neuerlichen Verzögerung «völlig überrascht worden». Er habe erst am Donnerstag davon erfahren. Flimm fügte hinzu, dass die Bühne in der Spielzeit 2013/2014 wegen des begrenzten Platzangebotes im Ausweichquartier Schillertheater Verluste in Höhe von vier Millionen Euro machen werde.
Bereits im vergangenen Jahr war bekanntgegeben worden, dass sich die Inbetriebnahme des Hauses um zwölf Monate verschiebt. Damals wurde als Grund auf den strengen Winter und aufwändige Sicherungsmaßnahmen verwiesen. Ursprünglich sollte die Spielzeit in der Staatsoper wieder am 3. Oktober 2013 beginnen.
Mit dem Beginn der Bauarbeiten im September 2010 war das Ensemble in das Schillertheater umgezogen. Die Sanierung gehört zu den großen Kulturprojekten in Berlin. Den Großteil der Kosten in Höhe von 250 Millionen Euro, die sich durch die erneute Verzögerung nicht erhöhen sollen, trägt der Bund.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/nachrichten/kultur/2012_05/berliner_staatsoper.html