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Der Regisseur Kurt Maetzig ist tot. Der DEFA-Mitbegründer sei am Mittwoch in seinem Haus in Wildkuhl in Mecklenburg-Vorpommern gestorben, gab seine Frau bekannt. Maetzig wurde 101 Jahre alt.
Der 1911 geborene Berliner hatte nach seiner Ausbildung zum Fotochemiker Jura, Soziologie und Psychologie studiert. 1935 begann er, Werbetrickfilme herzustellen; 1937 wurde ihm wegen der jüdischen Abstammung seiner Mutter, die 1944 am Tag vor ihrer Deportation Selbstmord beging, die Arbeit beim Film untersagt.
Maetzig, der noch 1944 in die von den Nazis verbotene KPD eingetreten war, beteiligte sich nach Kriegsende sofort am Wiederaufbau einer deutschen Filmlandschaft. 1949 nahm er - noch vor der Gründung der DDR - mit seinem Film "Die Buntkarierten" am Filmfestival in Cannes teil. Bekannt wurde er auch mit seinen politisch und künstlerisch anspruchsvollen Filmen "Ehe im Schatten" (1947) und "Der Rat der Götter" (1959).
Gründungsrektor der Babelsberger Filmhochschule
1954 hob Maetzig als Gründungsrektor die Deutsche Hochschule für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg aus der Taufe, wo er bis 1964 als Professor für Filmregie tätig war. Er erhielt auch große Staatsaufträge wie den zweiteiligen Thälmann-Film, eine pathetische, geschichtsklitternde Heldenvereherung. Maetzig hat sich nach der Wende davon selbstkritisch distanziert.
Trotz seiner Position geriet er in heftige Konflikte mit der DDR-Kulturpolitik. Sein Film "Das Kaninchen bin ich", eine kritische Auseinandersetzung mit der DDR-Justiz, wurde 1965 zusammen mit anderen offenen Gegenwartsfilmen der DEFA verboten.
1983, neun Jahre nach seinem Ausscheiden als DEFA-Regisseur, war er Jurymitglied der Berlinale. Insgesamt drehte Maetzig über 20 Filme. Maetzig war viermal verheiratet und Vater dreier Kinder. Zuletzt war er ältestes Mitglied der Berliner Akademie der Künste.
Platzeck: Bleibende Verdienste um die deutsche Filmkunst
Als einen "ganz Großen des deutschen Films" hat Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) den verstorbenen Regisseur gewürdigt. Platzeck zeigte sich betroffen über den Tod Maetzigs, der dazu beigetragen habe, den Filmstandort Babelsberg zum Mythos werden zu lassen.
Als Mitbegründer der DEFA und Initiator der Babelsberger Filmhochschule habe Maetzig nach dem Zweiten Weltkrieg zusammen mit anderen den Grundstein für Institutionen gelegt, deren Namen noch heute Gewicht hätten. "Kurt Maetzig hat sich bleibende Verdienste um die deutsche Filmkunst erworben", sagte Platzeck.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/nachrichten/kultur/2012_08/defa_mitbegruender.html