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Der neue Intendant der Komischen Oper Berlin, der Australier Barry Kosky, ist mit einem zwölfstündigen Musik-Marathon in seine erste Spielzeit gestartet.
Gleich drei Barock-Opern standen am Sonntag auf dem Spielplan: Bei den Werken von Claudio Monteverdi "Orpheus", "Odysseus" und "Poppea" führte der neue Chef des Hauses selbst Regie. Die musikalische Leitung hat Andre de Ridder. An dem Projekt sind fast 200 Künstler beteiligt. Schon seine erste Oper "Orpheus" wurde bei der Premiere am Sonntagmittag stürmisch gefeiert. Viele Bravorufe gab es für den jungen Bariton Dominik Köninger in der Titelrolle, aber auch für den Chor und die musikalische Leitung.
Monteverdis Opern gelten als die ersten Meisterwerke der Operngeschichte. Auf der Grundlage seines musikalische Materials hat die aus Taschkent stammende Komponistin Elena Kats-Chernin die drei Opern mit einer neuen Instrumentierung versehen. So finden in ihrer "Neuschöpfung" nicht nur die traditionellen Instrumente eines Opernorchesters Verwendung, sondern auch eher unbekannte aus Osteuropa, dem Nahen Osten und Westafrika.
Kosky ist Nachfolger von Andreas Homoki, der an die Oper Zürich wechselte. Von 2001 bis 2005 war Kosky Direktor des Wiener Schauspielhauses.
Der neue Intendant will das Profil des kleinsten der drei Berliner Opernhäuser künftig schärfen. "Wir wollen die eigenen Stärken ausspielen und die Seele des Hauses zeigen", sagte Kosky vor den Premieren. Die Komische Oper habe eine lange Tradition im Bereich des Unterhaltungstheaters und vor dem Zweiten Weltkrieg mit großem Erfolg Varietés und Operetten gespielt. "Diese Tradition der Berliner Jazz-Operette wollen wir künftig wiederbeleben", sagte er.
Opern von Komponisten wie Richard Wagner oder Giuseppe Verdi dagegen solle es an der Komischen Oper künftig nicht mehr geben. Das gehöre nicht zur Tradition des Hauses.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/nachrichten/kultur/2012_09/komische_oper_geht.html