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Mit einer bewegenden Feier haben ehemalige Kollegen und Weggefährten am Sonntag im Deutschen Theater (DT) in Berlin der Schauspielerin Käthe Reichel gedacht. Redner würdigten die Künstlerin als Große ihres Fachs und verwiesen zugleich auf ihr politisches Engagement sowohl in der DDR als auch nach der Wiedervereinigung.
DT-Intendant Ulrich Khuon sagte, Reichel war und ist so etwas wie ein Jahrhundert-Mensch, der die Berliner Bühnen bestimmt, beeinflusst, geprägt habe. Der Linke-Politiker Gregor Gysi nannte Reichel eine tapfere, mutige, engagierte Künstlerin. Der Filmregisseur Rainer Simon erinnerte daran, dass die Schauspielerin mehrfach "eigenmächtig" ihre im Drehbuch vorgesehenen Rollen erweitert und ausgestaltet, aber immer verbessert habe.
Organisiert hat die Feier die Schauspielerin Petra Kelling, die Reichel in den letzten Lebensjahren begleitet hatte und ihre Chronistin wurde. Käthe Reichel war am 19. Oktober im brandenburgischen Buckow im Alter von 86 Jahren gestorben. Am 9. November war sie auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin-Mitte beigesetzt worden.
Brechtschülerin und bekennende Linke
Die Schülerin von Bertolt Brecht hatte ihre Karriere nach Stationen in der Provinz 1950 am Berliner Ensemble begonnen. Ab 1961 arbeitete sie am Deutschen Theater. Nach der Wende sorgte sie mit Solidaritäts-Aktionen für Aufsehen, darunter als Unterstützerin der hungerstreikenden Kali-Kumpel von Bischofferode und von Müttern russischer Soldaten in Tschetschenien.
Die bekennende Linke war eine der Organisatoren der Großdemonstration am 4. November 1989 am Alexanderplatz. 1976 hatte sie Unterschriften gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann gesammelt.
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