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Die Sanierung der Berliner Museumsinsel wird teurer und sie dauert vermutlich drei Jahre länger als bisher geplant. Als Grund nannte das zuständige Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung "extrem schwierige Bodenbedingungen" auf der Baustelle. Ein Sprecher bestätigte damit am Mittwoch entsprechende Zeitungsberichte.
So kann das neue Empfangsgebäude der Weltkulturerbe-Stätte auf der Museumsinsel voraussichtlich erst im Jahr 2017 eröffnen – ursprünglich war ein Termin 2014 angepeilt worden. Ursache der Verzögerungen sind wohl vor allem das Grundwasser und "eiszeitliche Auswaschungen", die eine Verankerung des Fundaments im unsicheren Baugrund erschweren.
Laut dem Bundesamt-Sprecher ist dadurch zudem bei dem Neubau wie auch bei der Sanierung des Pergamonmuseums mit höheren Kosten zu rechnen. Für das Empfangsgebäude waren bisher 71 Millionen Euro veranschlagt, für das Museum 385 Millionen Euro. Den aktuellen Stand der Kalkulation wollte der Sprecher mit dem Blick auf laufende Verhandlungen über die Leistungen aus dem Bundesetat nicht nennen.
Bund muss Gelder nachschießen
Als Stichwort nannte er eine "Anpassung an den aktuellen Preisstand". Nun muss der Bund auch für dieses Projekt im Rahmen eines Nachtrags im Jahr 2014 weitere Mittel aus dem Haushalt bereitstellen.
Das Pergamonmuseum ist das Herzstück der Museumsinsel und mit rund 1,3 Millionen Besuchern jährlich meistbesuchtes Museum Berlins. Hauptattraktion ist der Pergamonaltar, der während der Sanierungsarbeiten seit Januar nicht oder nur eingeschränkt zu sehen ist.
Im Rahmen der Sanierung werden Pergamonmuseum und andere Bauten der Museumsinsel durch Gänge miteinander verbunden, deren Ausgangspunkt der Neubau des Eingangsgebäudes, die James-Simon-Galerie, werden soll. Die Galerie soll Besuchern den Zugang zu den Kunstschätzen erleichtern und eine Garderobe, ein Café, Veranstaltungsflächen sowie einen Museumsshop aufnehmen.
Architekt ist David Chipperfield, der bereits das Neue Museum saniert hatte. Um das Haus nicht auf Jahre hin ganz schließen zu müssen, ist die Sanierung in mehreren Abschnitten geplant.
Stichwort: Museumsinsel
Die Berliner Museumsinsel gehört seit 1999 als weltweit einzigartiges Ensemble zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die insgesamt fünf Museen ziehen Jahr für Jahr mehr als drei Millionen Besucher an. Flagschiff ist das Pergamon-Museum.
Das Neue Museum beherbergt die legendäre Büste der Nofretete. Daneben gibt es das Alte Museum, die Alte Nationalgalerie und das Bode-Museum. Die historischen Gebäude waren im Krieg teils zerstört worden.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/nachrichten/kultur/2013_01/Sanierung_Berliner_Museumsinsel_teurer.html