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Er durchquerte den Kontinent Australien als erster Mensch auf der Ost-Nord-Route, suchte nach Bodenschätzen und verschwand schließlich spurlos auf dem fünften Kontinent: 2013 wird des Australienforschers Ludwig Leichhardt gedacht. Das Land Brandenburg würdigt den 1813 im brandenburgischen Trebatsch geborenen Entdecker anlässlich seines 200. Geburtstages mit zahlreichen Veranstaltungen.
Offiziell wurde das "Leichhardt-Jahr" Mitte Februar 2013 von Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck und dem australischen Botschafter Peter Tesch in Berlin gestartet. Platzeck betonte, dass Leichhardt wesentliche Entdeckungen nicht nur auf den Gebieten der Zoologie, Botanik oder Geologie gemacht habe. Er entdeckte auch Australiens größtes Kohlelager. Seine preußisch exakten Aufzeichnungen über die Expeditionen und Entdeckungen erleichterten die spätere Besiedlung und Erschließung des Kontinents. Sogar der Bundestag feierte Leichhardts 200. Geburtstag mit einem großen Festakt.
Bei der Vielzahl von Veranstaltungen wird es aber nicht nur um Leichhardts wissenschaftliche Leistungen, sondern auch um kulturelle Aspekte seiner Arbeit gehen. Ein Forschungsprojekt der Universität Potsdam beleuchte zudem seine Person, so Wissenschaftsministerin Sabine Kunst (parteilos).
Insgesamt sind etwa 40 Veranstaltungen geplant - ein Symposium und eine Konferenz, Ausstellungen, aber auch sportliche Termine – und ein Drachenbootrennen.
Australien ist seine Lebensaufgabe
Der spätere Australienforscher Friedrich Wilhelm Ludwig Leichhardt wurde am 23. Oktober 1813 als sechstes von neun Kindern in der brandenburgischen Gemeinde Trebatsch am Schwielochsee (Oder-Spree) geboren. Das Gymnasium besuchte er in Cottbus. Schon in seiner Jugend soll er sich viel in der Natur bewegt haben.
Der Preuße studiert zunächst in Berlin und Göttingen Anthropologie, Geologie, Botanik, Pflanzengeografie und Astronomie. Mit 24 Jahren bricht er sein Studium jedoch ohne Abschluss ab und verlässt Deutschland. Zunächst lebt er in England und Frankreich. Später reist er durch ganz Europa. Dann wählt er Australien als Forschungsziel und findet damit seine Lebensaufgabe.
In Australien genießt Leichhardt bis heute hohes Ansehen
Nach seiner Überfahrt auf dem Segelschiff "Sir Edward Paget" trifft Leichhardt 1842 29-jährig in Sydney ein und widmet sich ganz der Faszination, die Australien auf ihn ausübt: Er durchquert 1844/45 auf der Ost-Nord-Route als erster Mensch den Kontinent. In 15 Monaten legt er zu Fuß etwa 5000 Kilometer zurück - von Brisbane im Osten nach Port Essington im Westen. In seinen Aufzeichnungen hält er auch Lagerstätten von Bodenschätzen fest.
Seit seiner dritten Expedition 1848 gilt er als verschollen. Seine Leiche wird nie gefunden. Um sein Verschwinden und das seiner Mannschaft mit fast 100 Menschen und zahlreichen Transporttieren ranken sich bis heute Mythen, denn auch die entsandten Suchtrupps sollen zum Teil spurlos verschwunden sein.
In Australien tragen wegen seiner Verdienste um die Erforschung des Kontinents noch heute nicht nur ein Stadtviertel in Sydney, Straßen und Flüsse, sondern auch Berge, Tiere und Pflanzenarten seinen Namen.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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