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Der Kompromissvorschlag für die Abflugrouten vom künftigen Flughafen Berlin Brandenburg International hat überwiegend Zustimmung gefunden.
Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sagte, die intensive Diskussion habe sich gelohnt. Die Belastung der Anwohner durch Fluglärm werde möglichst gering gehalten. Eine Sprecherin der Bürgerinitiative Lichtenrade/Mahlow-Nord erklärte, man freue sich über die positiven Signale, werde aber wachsam bleiben.
Ähnlich äußerte sich der Bürgermeister von Steglitz-Zehlendorf, Norbert Kopp. Es müsse noch geklärt werden, inwieweit der Stadtteil Wannsee vom Fluglärm betroffen sein werde, sagte der CDU-Politiker dem rbb.
Kompromissvorschlag auf dem Tisch
Nach monatelangem Streit um die Flugrouten vom künftigen Flughafen "Berlin Brandenburg International" (BBI) hatte sich die Lärmkommission am Montag auf einen Kompromiss geeinigt.
Die Empfehlung an die Deutsche Flugsicherung sieht vor, dass die Maschinen nach dem Start von der Nordbahn zunächst geradeaus fliegen. Für die Südbahn schlägt die Kommission vor, dass die Maschinen in Richtung Süden abdrehen.
Nach Osten soll auch eine Ausnahmegenehmigung für Geradeausflüge beantragt werden.Die weitere Streckenführung will die Kommission am 11. April besprechen.
Dier Vorsitzende der Fluglärmkommission, Kathrin Schneider, gab gleichzeitig Entwarnung für den Berliner Stadtteil Lichtenrade. Ob und in welcher Höhe der Wannsee überflogen wird, ist dagegen noch offen.
Insgesamt hatten 32 Alternativen für die vier Abflugrichtungen vom BBI vorgelegen.
Mit dem jetzt vorgeschlagenen Kompromiss gäbe es unter anderem keine Überflüge für Teltow, Kleinmachnow und den Südwesten Berlins.
Am 11. April will die Kommission erneut beraten. Die nun vorliegenden Alternativen werden von der Deutschen Flugsicherung begutachtet. Der BBI soll am 3. Juni 2012 öffnen.
Am Montagabend demonstrierten dennoch wieder mehr als 2000 Menschen in Lichtenrade gegen Fluglärm.
Langer Weg bis zur Entscheidung
In der Fluglärmkommission als "besonders geregelte Art der Bürgerbeteiligung" sitzen Vertreter betroffener Berliner Bezirke und Brandenburger Gemeinden und Landkreise.
Die Kommission ist allerdings nur ein beratendes Gremium. Die Sitzungen der Kommission sind nicht öffentlich. Eingesetzt hat sie das Brandenburgische Infrastrukturministerium.
Die endgültige Entscheidung über die Flugrouten fällt dann das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung in Rücksprache mit dem Umweltbundesamt.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg