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Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) hat die vorschnellen Urteile über den neuen Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki kritisiert.
Die Einschätzungen nach Woelkis Ernennung wertete Thierse am Mittwochmorgen im rbb als eine "journalistische Hysterie". Es sei ein Gebot der Fairness, Woelki zunächst sein neues Amt antreten zu lassen und ihn dann zu beurteilen. "Ich wünsche mir sehr, dass er alle Vorurteile, oder mindestens einen beträchtlichen Teil, widerlegt", sagte Thierse, der dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken angehört.
Thierse: Respekt für Woelkis Gesprächsbereitschaft
Der 54-jährige Kölner Weihbischof Woelki war am Samstag vom Papst zum Erzbischof von etwa 390.000 Katholiken in Berlin, Teilen Brandenburgs und Vorpommerns ernannt worden. Kritik an seiner Person entzündete sich dabei unter anderem an Äußerungen zur Homosexualität. Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach der Ernennung am Dienstag in Berlin hatte Woelki dann erneut erklärt, eine gleichgeschlechtliche Lebensweise sei "aus katholischer Sicht vor Gott nicht geordnet".
Thierse sagte, er halte nichts davon, Menschen auf ein Thema zu reduzieren. Er selbst teile die Meinung des neuen Erzbischofs nicht. Doch habe Woelki seine Gesprächsbereitschaft mit Homosexuellen erklärt. Menschen unterschiedlicher Meinung sollten sich mit Respekt begegnen, und genau das habe Woelki angekündigt, betonte Thierse.
Woelki will ins Gespräch kommen
Woelki hatte angekündigt, mit allen gesellschaftlichen Gruppen der Hauptstadt ins Gespräch kommen zu wollen - auch mit Lesben und Schwulen. Die Kirche sei keine Moralanstalt, sagte Woelki, der sich am Dienstag in Berlin der Presse vorstellte. Allerdings stehe er zu den katholischen Lehren zum Thema Homosexualität.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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