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Der Berliner Flughafen Tegel hat am Montag laut Betreiber auch den stärkeren Verkehr zu Wochenbeginn gut verkraftet. "Es ist eng, aber es läuft", sagte Sprecher Leif Erichsen. Nennenswerte Verspätungen gab es nicht. Als weitaus größerer Härtetest für den überlasteten Flughafen gilt der Ferienbeginn in Berlin und Brandenburg in gut zwei Wochen.
Auf dem Plan standen am Montag rund 530 Flüge. Das waren etwa 100 mehr als am Sonntag, als Tegel zum ersten Mal die Last zusätzlicher Flüge tragen musste, die für den neuen Flughafen Berlin Brandenburg in Schönefeld geplant waren. Der Airport wurde nicht rechtzeitig zum Eröffnungstermin 3. Juni fertig und soll nun im März 2013 in Betrieb gehen. Auf dem alten Flughafen in Schönefeld lief laut Erichsen am Montag alles reibungslos.
Volksbegehren zu Nachtflügen in Brandenburg gestartet
Knapp eine Woche nach dem Start des Volksbegehrens in Berlin für ein Nachtflugverbot am künftigen Hauptstadtflughafen in Schönefeld hat am Montag auch in Brandenburg die Unterschriftensammlung begonnen.
Das Volksbegehren zielt auf ein striktes Flugverbot zwischen 22 Uhr abends und sechs Uhr früh. Die Sammlung der Unterschriften ist auf sechs Monate befristet und endet am 3. Dezember. Berechtigt sind rund 2,14 Millionen Brandenburger. Für einen Erfolg sind mindestens 80.000 gültige Unterschriften notwendig.
Die Initiatoren der vorangegangenen Volksinitiative gegen Nachtflüge hatten im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben knapp 40.000 Unterschriften gesammelt. Der Landtag lehnte sie jedoch am 16. Dezember mehrheitlich ab. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte entschieden, dass auf dem neuen Airport zwischen null und fünf Uhr nicht geflogen werden darf. Zwischen 22 Uhr und Mitternacht sowie zwischen fünf und sechs Uhr seien im Schnitt 77 Starts und Landungen zulässig, maximal 103.
In Berlin kamen für eine solche Initiative mehr als 30.000 Unterschriften zusammen. Auch der Berliner Senat votierte gegen ein Volksbegehren, das hier bereits läuft.
"Platzeck auf die Abflugroute"
Erst am Sonntag hatten vorm Roten Rathaus hunderte Anwohner politische Konsequenzen in der Flughafenaffäre gefordert.
Vor dem Amtssitz des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) verlangten sie dessen Rücktritt vom Aufsichtsratschefposten der staatlichen Flughafengesellschaft. Auch Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) solle sich umgehend aus dem Gremium zurückziehen und Flughafenchef Rainer Schwarz seinen Hut nehmen.
Auf Transparenten war unter anderem zu lesen "Wowi in die Einflugschneise" und "Platzeck auf die Abflugroute". Den Politikern drohten sie: "Unser Müggelsee wird Euer Waterloo". Die Veranstalter zählten etwa 3000 Teilnehmer.
Hotline für Beschwerden
Die Verbraucherzentrale kündigte am Montag an, ab Donnerstag eine Beratungs-Hotline zu schalten, bei der sich Reisende über ihre Rechte informieren können. Die Hotline ist zunächst testweise von 9 bis 13 Uhr erreichbar. Ein Anruf aus dem Festnetz kostet 14 Cent pro Minute.
Auch Reisebüros wollen Schäden einklagen
Nach den Fluggesellschaften kündigten am Montag auch auch Reisebüros und -veranstalter an, Schadenersatz für die geplatzte Eröffnung des Hauptstadtflughafens einklagen zu wollen.
"Es kann nicht sein, dass wir auf den finanziellen Schäden sitzen bleiben", teilte Otto Schweisgut, der Vizepräsident des Deutschen Reiseverbands in Berlin mit. Er schätze den unmittelbaren Schaden auf mehrere Millionen Euro - etwa für Überstunden, in denen Mitarbeiter Reisen manuell umbuchen. Die Kosten würden nun ermittelt. Der Verband behalte sich vor, sie zu gegebener Zeit beim staatlichen Flughafenbetreiber geltend zu machen.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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