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... der Blick auf das Smartphone (Bild: dpa)

Kriminalität

Berliner Polizei hörte 1,5 Mio. Telefongespräche ab

Die Berliner Polizei hat im vergangenen Jahr mehr als 1,5 Millionen Telefonate abgehört, um Kriminellen auf die Spur zu kommen oder Beweise zu sammeln.

Das sind rund 410.000 Gespräche mehr als noch 2010.

Nach einem Senatsbericht ordnete die Staatsanwaltschaft in 151 Verfahren eine Überwachung an. In mehr als jedem zweiten Fall ging es um Drogendelikte. Öfters überwacht wurden Telefone auch in Fällen von Raub oder Erpressung, Bandendiebstahl sowie Bestechung und Geldfälschung.

Zwar hörten die Ermittler 2011 die Telefone von nur 384 Verdächtigen ab - im Vorjahr waren es noch 589. Dafür verdreifachte sich die Zahl der überwachten Anschlüsse knapp auf 2894. "Kriminelle nutzen immer mehr Handys - vor allem mit Prepaid-Karten. Darauf reagieren die Behörden", erklärte Grünen-Innenexperte Benedikt Lux.

Berliner Strafverteidiger nennen Anstieg "besorgniserregend"

Ein Anschluss für ein DSL-Kabel aus dem Telefon-Festnetz an einem DSL-Router. (Bild dpa)

Sollten nur Richter über die Überwachungen entscheiden? 

Für die Vereinigung Berliner Strafverteidiger ist der Anstieg der überwachten Gespräche und Anschlüsse besorgniserregend.

"Mit einem Kriminalitätsanstieg ist das nicht zu erklären", sagte die Vize-Vorsitzende Nicole Friedrich. Auch Unschuldige könnten von den Telefonüberwachungen betroffen sein. Friedrich forderte deshalb die
Reduzierung des Straftatenkatalogs sowie die strikte Einhaltung des Richtervorbehalts. Demnach dürfen nur Richter über bestimmte Maßnahmen entscheiden.

Neben rund 537 erstmals angeordneten Überwachungen wurden rund 376 solcher Maßnahmen auch verlängert - rund zwei Drittel um mehr als zwei Monate. Besonders interessierten die Ermittler die Handygespräche von Tatverdächtigen: Hier gab es 566 solcher Anordnungen; bei den Festnetzanschlüssen gab es dagegen nur 85.

Die Auskunft über die Telefonüberwachung wurde 2004 festgesetzt. Seither legt der Senat einen jährlichen Bericht vor.

Im Frühjahr war bekanntgeworden, dass erheblich mehr Handydaten von den Ermittlern genutzt wurden als bislang bekannt. Innensenator Frank Henkel (CDU) kündigte daraufhin mehr Transparenz an.

Stand vom 26.06.2012

Dieser Beitrag gibt den Sachstand vom 26.06.2012 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Zum Download

Hand hält Handy vor Computerbildschirm mit Daten (Bild: dpa)

Berliner Telefonüberwachungen 2011

Abgeordnetenhaus Berlin - Jahresbericht 2011 über die Praxis der Telefonüberwachung. Download

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Audio 26.06.12

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Mehr Telefone überwacht

Um Kriminellen auf die Spur zu kommen, wurden im vergangenen Jahr in Berlin mehr als 1,5 Millionen Gespräche überwacht. Warum diese Zahl deutlich angestiegen ist, erklärt Justizsenator Thomas Heilmann folgendermaßen:

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