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Soldaten dämmen einen Deich bei der Oderflut 1997 (Quelle: dpa)

Naturkatastrophen

Platzeck erinnert an die Oderflut 1997

15 Jahre nach der verheerenden Oderflut hat Brandenburg an eine der schlimmsten Naturkatastrophen seiner jüngeren Geschichte erinnert.

Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) sagte am Samstag anlässlich des 675-jährigen Bestehens des Ortes Hohenwutzen im Oderbruch: "Ganz Brandenburg, ganz Deutschland schaute auf das, was hier am Deich geschah." Damals hatten tausende Helfer unermüdlich gegen die Wassermassen gekämpft und Schutzwälle errichtet.

Durch ihren Zusammenhalt hätten die Menschen die Gefahr abwenden können, so Platzeck. Als Symbol für die Stärke der Gemeinschaft nannte der Regierungschef die Freiwillige Feuerwehr, die seit 100 Jahren besteht.

Großteil der Deiche inzwischen saniert

Thälmann-Siedlung nahe Eisenhüttenstadt 1997 (dpa-Archivbild)

Thälmann-Siedlung nahe Eisenhüttenstadt 1997 

Auch als Folge dieser Naturkatastrophe ist mittlerweile ein Großteil der Deiche in Brandenburg saniert worden. Nach Angaben der Staatskanzlei hat das Land seit 1997 an der Oder von insgesamt 184 Kilometer Deichlinie 145 Kilometer verbessert. Dafür seien rund 240 Millionen Euro investiert worden, hieß es am Samstag.

Bis 2020 soll das Programm abgeschlossen sein. Zugleich soll den Flüssen mehr Raum gegeben werden. Im Nationalpark Unteres Odertal haben sich aus Sicht der Landesregierung Polder bei Hochwasser bewährt. In der Neuzeller Niederung erhofft sich die Landesregierung von einem geplanten Flutungspolder im Katastrophenfall eine spürbare Entlastung für den Raum Frankfurt (Oder) und Slubice in Polen.

Die Oderflut hatte im Juli und August 1997 die Menschen in Deutschland, Polen und Tschechien in Atem gehalten. Nach Deichbrüchen in Brandenburg wurden rund 6000 Hektar Land überflutet, etwa 5200 Menschen aus 17 Dörfern mussten ihre Häuser verlassen. Mehr als 45.000 Helfer waren im Einsatz, darunter 30.000 Bundeswehrsoldaten. Der Schaden in Brandenburg wurde auf 648 Millionen Mark (331 Mio. Euro) beziffert, durch Spendenaufrufe kamen 130 Millionen Mark (66,5 Mio. Euro) zusammen.

Stand vom 16.06.2012

Dieser Beitrag gibt den Sachstand vom 16.06.2012 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

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