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Eine Gedenkstätte für die Opfer der sogenannten Euthanasie-Morde wird am 17. August in Brandenburg/Havel eröffnet. Wie die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten am Dienstag ankündigte, wird die Ausstellung im früheren Werkstattgebäude des "Alten Zuchthauses" an die etwa 9.000 Opfer erinnern, die zwischen Januar und Oktober 1940 von den Nazis in einer Gaskammer umgebracht wurden.
Stiftungsdirektor Günter Morsch verwies darauf, dass sich in der Stadt die "Keimzelle für den nationalsozialistischen Massenmord durch Giftgas" befunden habe. Brandenburg war Schauplatz einer ersten "Probevergasung" im Januar 1940, es folgte die systematische Ermordung jüdischer Psychiatriepatienten im früheren Zuchthaus der Stadt.
Die 120 Quadratmeter große Dauerausstellung zeichne Biografien der Opfer nach und ziehe eine Verbindungslinie von der Brandenburger Tötungsanstalt zum Massenmord an den europäischen Juden. Die Schau soll auch das Schicksal der Getöteten in den Blickpunkt rücken.
Die Kosten für die Sanierung des Gebäudes und die Dauerausstellung betrugen den Angaben zufolge 741.000 Euro. Das Land Brandenburg und der Bundeskulturbeauftragte stellten jeweils 357.000 Euro bereit.
Mehr als 70.000 Patienten deutscher Heil- und Pflegeanstalten wurden 1940/41 als "lebensunwert” definiert und in eigens dafür eingerichteten Tötungsanstalten ermordet – beschönigend auch "Euthanasie” (griech. schöner Tod) genannt.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/nachrichten/politik/2012_07/euthanasie_gedenkstaette.html