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Gedenken und Gelöbnis im Bendlerblock (dpa-Archivbild)

Geschichte

Gedenken und Gelöbnis am Jahrestag des 20. Juli 1944

Die Spitzen des Staates und des Landes Berlin haben am Freitag der Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime gedacht.

Im Ehrenhof des Berliner Bendlerblocks legte Bundesratspräsident Horst Seehofer (CSU) einen Kranz für die Opfer des Widerstands nieder. In dem Hof wurden in der Nacht zum 21. Juli 1944 Claus Schenk Graf von Stauffenberg und vier Mitverschwörer hingerichtet, nachdem ihr Attentat auf Adolf Hitler Stunden zuvor missglückt war. Heute sind dort das Verteidigungsministerium und die Gedenkstätte Deutscher Widerstand untergebracht.

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) sprach den Angehörigen der Opfer, von denen viele an der Gedenkfeier teilnahmen, Dank und Respekt für das Bemühen der Widerstandskämpfer aus. Ihr Vermächtnis mahne auch heute dazu, gegen Willkür und Fremdenfeindlichkeit aufzustehen, sagte Aigner.

Janusz Reiter (Bild: dpa)

Janusz Reiter erinnerte an den nichtmilitärischen Widerstand. 

Auch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) forderte zu Zivilcourage gegen Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus auf.

Der ehemalige polnische Botschafter Janusz Reiter erinnerte nicht nur an die Vertreter des militärischen Widerstands, sondern auch an Gruppen wie die Weiße Rose und die Rote Kapelle sowie Christen, die sich dem NS-Regime entgegengestellt haben. Auch wenn ihr Widerspruch politisch folgenlos geblieben sei, sei er nicht sinnlos gewesen. Er habe die moralische Legitimation für das nach dem Zweiten Weltkrieg neu aufgebaute Deutschland gegeben, sagte Reiter.

Protest gegen Soldaten-Gelöbnis im Bendlerblock

Am Abend haben rund 400 Bundeswehr-Soldaten auf dem benachbarten Paradeplatz ihren Eid geleistet. Die jungen Männer und Frauen vertreten alle Teilstreitkräfte und stehen für die rund 1.900 Soldaten, die zum 1. Juli - gut ein Jahr nach dem Ende der Wehrpflicht - ihren Dienst angetreten haben.

Gegen das Gelöbnis haben rund 150 Menschen demonstriert. Aufgerufen zu der Demonstration hatte ein Bündnis linker Gruppen. Sie zogen vom U-Bahnhof Heinrich-Heine-Straße in Berlin-Kreuzberg Richtung Bendlerblock. Zwischenfälle gab es laut Polizei nicht.

Um akustische Störungen des Gelöbnisses zu verhindern gab es Auflagen für den Demonstrationszug. So war das Benutzen von lauten Tröten, Sirenen und Megafonen nach Angaben des Polizeisprechers untersagt.

Stand vom 20.07.2012

Dieser Beitrag gibt den Sachstand vom 20.07.2012 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

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