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Gewalttätige Proteste in Sanaa im Jemen am 14.09.2012 [dpa]

Religion

Rechte Parteien wollen Mohammed-Video zeigen

Nach "Pro Deutschland" will nun auch die islamkritische Splitterpartei "Die Freiheit" das umstrittene Mohammed-Schmähvideo zeigen. Ende Oktober oder Anfang November wolle die Partei den Film bei einer Diskussionsveranstaltung in Berlin aufführen. "Ziel ist Aufklärung, nicht Provokation", sagte Sprecher
Michael Stürzenberger am Freitag.

Zu der Diskussion seien auch muslimische Verbände eingeladen worden. Es solle geklärt werden, ob der Film dem historischen Vorbild Mohammeds entspreche. Das provozierende Video aus den USA hatte in zahlreichen muslimischen Ländern antiwestliche Massenproteste entfacht. Es stellt den Propheten Mohammed als Gewalttäter, Frauenhelden und Kinderschänder dar.

Staeck sieht Grenzen der Meinungsfreiheit verletzt

Klaus Staeck, der Präsident der Berliner Akademie der Künste (Bild: dpa)

Klaus Staeck ist der Meinung, dass das Mohammed-Video keinen künstlerischen Anspruch erheben kann. 

Der Präsident der Berliner Akademie der Künste, Klaus Staeck, hat das Video als Hetzpropaganda bezeichnet, die keinen Anspruch auf Kunst erheben könne. Die grundgesetzlich geschützte Meinungs- und Kunstfreiheit dürfe nicht dazu genutzt werden, "um Anhänger einer Religion auf derart primitive Weise zu diffamieren und mit Kalkül den öffentlichen Frieden zu gefährden", sagte Staeck am Donnerstag in Berlin.

Die Meinungsfreiheit finde dort ihre Grenze, wo in unverantwortlicher Weise gehetzt werde. "Die Demokratie ist eine schwierige, letztlich sensible Angelegenheit", sagte Staeck. "Sie ist kein Trampolin, auf dem jeder solange herumspringen kann in der Hoffnung, dass irgendwann das Netz reißt."

"Umso erschreckender ist es, dass man auf Knopfdruck mit diesem Machwerk - und nichts anderes ist dieser Film - derartige Proteste in Teilen der arabischen Welt auslösen kann", so Staeck.

Von dem privat in den USA produzierten Film sind momentan etwa 14 Minuten öffentlich verfügbar. Der Streifen führt seit etwa einer Woche zu gewalttätigen Protesten in einigen islamisch geprägten Ländern.

Pro Deutschland beharrt auf Vorführung

Die rechtspopulistische Splitterpartei Pro Deutschland will trotz massiver Kritik den umstrittenen Mohammed-Film öffentlich aufführen. "Wenn wir keinen Kinosaal bekommen, zeigen wir den Film in einer Lagerhalle", kündigte der Parteivorsitzende Manfred Rhous am Donnerstag an.

Rouhs bestätigte, dass seine Partei bereits mehrere Anfragen an Kinobetreiber in Berlin gestellt habe. Bisher habe man aber nur Absagen erhalten.

Innenministerium verschiebt Plakataktion

Das Bundesinnenministerium hat den Start der Plakataktion der Öffentlichkeitskampagne "vermisst" verschoben.

Wie das Ministerium am Donnerstag mitteilte, ist der Grund eine aktuelle Gefährdungsbewertung des Bundeskriminalamtes. Weitere Einzelheiten teilte das Ministerium nicht mit.

Ziel der Kampagne und der geplanten Plakataktion sind laut Ministerium, der islamistischen Radikalisierung von Jugendlichen und jungen Menschen entgegenzutreten.

Die Plakate sollten auf eine Beratungsstelle für Angehörige von Jugendlichen hinzuweisen, bei denen die Gefahr besteht, dass sie sich radikalisieren.

Stand vom 21.09.2012

Dieser Beitrag gibt den Sachstand vom 21.09.2012 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

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