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In Brandenburg an der Havel und in Berlin ist am Samstag an die mehreren Hunderttausend Opfer der nationalsozialistischen "Euthanasie"-Morde erinnert worden.
Zum 73. Jahrestag des Beginns der sogenannten "Aktion T4" wurden unter anderem Kränze an der Berliner Philharmonie sowie auf dem Gelände der neuen Euthanasie-Gedenkstätte im Stadtzentrum der Havelstadt niedergelegt.
Brandenburg an der Havel war Anfang 1940 Ort der ersten "Probevergasung" für den Behinderten- und Krankenmord der Nazis. Die Stadt gilt deshalb auch als Ausgangspunkt des Holocaust. Die neue Gedenkstätte wurde Mitte August eröffnet. In den anderen fünf Orten der nach der Berliner Zentrale benannten "Aktion T4" beteiligten Tötungsanstalten gibt es bereits zum Teil seit Jahrzehnten Gedenkstätten.
Die Zentrale befand sich in einer heute nicht mehr vorhandenen Villa mit der Postadresse Tiergartenstraße 4. Auf dem Grundstück wurden später Teile der Philharmonie errichtet. Dort soll bis Herbst kommenden Jahres ein Gedenk- und Informationsort eingerichtet werden.
Mit dem sogenannten "Euthanasie"-Erlass hatte das NS-Regime 1939 die Ermordung von für lebensunwert erklärten kranken und behinderten Kindern und Erwachsenen angeordnet. Der reichsweit gesteuerten Massentötung von kranken und behinderten Menschen fielen etwa 300.000 Menschen zum Opfer. Mindestens 400.000 Menschen wurden zwangssterilisiert. Die Ermordung mit Gas in Anstalten wie Brandenburg an der Havel, Pirna oder Grafeneck gilt als Vorstufe für den später einsetzenden Holocaust an den europäischen Juden.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/nachrichten/politik/2012_09/brandenburg_gedenkt.html