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Mitglieder des Rockerclubs Bandidos (Bild: dpa)

Rechtsextremismus

Verbindungen zwischen NSU und Berliner Rockerszene dementiert

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat Berichte zurückgewiesen, wonach DNA-Spuren auf Verbindungen zwischen der rechtsextremistischen Terrorzelle NSU und dem Berliner Rocker-Milieu hindeuten könnten.

Es gebe keine Beweise, dass die in Berlin und Zwickau gefundenen DNA-Spuren von ein und derselben Person stammen, sagte ein Behördensprecher am Samstag.

Medien hatten zuvor gemeldet, nach einer Schießerei vor dem Klubhaus der Berliner Bandidos seien an einer Patronenhülse entsprechende DNA-Spuren entdeckt worden. Sie stimmten "teilweise" mit Spuren aus dem letzten Versteck des rechtsextremen NSU-Trios überein, hieß es.

Die Berliner Staatsanwaltschaft habe am Freitag entsprechende Informationen erhalten, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Samstag. Derzeit würden die Informationen geprüft.

Nach Informationen von "Spiegel online" hatten nach der Schießerei vor dem Klubhaus der Berliner Bandidos im Bezirk Wedding die Fahnder des Landeskriminalamts Berlin bei der Spurensicherung auf einer Patronenhülse ein DNA-Fragment sichergestellt. Durch die Schüsse waren damals zwei Rocker verletzt worden. Der oder die Täter konnten entkommen.

Später stellten Kriminaltechniker eine teilweise Übereinstimmung der Berliner Spur auf der Patrone mit einem DNA-Fragment fest, das auf einer Diskette im letzten Versteck des Nazi-Trios in Zwickau sichergestellt worden war.

Experte sieht "enge Verbindungen" zwischen Rechten und Rockern

Sowohl beim Verfassungsschutz als auch bei der Polizei sind Überschneidungen zwischen der Rocker- und der Rechtsextremisten-Szene bekannt. Eine strukturelle Zusammenarbeit wurde bislang aber immer ausgeschlossen.

Der Gründer der Aussteiger-Initiative "Exit" und Rechtsextremismus-Experte Wagner sagte am Samstag im rbb, es gebe schon seit Jahren enge Verquickungen zwischen Personen, die sowohl im politischen Rechtsextremismus aktiv seien, als auch im Bereich Rocker-Kriminalität.

Es gebe "Schlüsselpersonen" mit einer teilweise rechtsradikalen bis schwer gewalttätigen rechtsextremistischen Vergangenheit, die als "Klammerfiguren" auch für den NSU gearbeitet haben könnten", sagte Wagner.

NSU-Spur nach Brandenburg?

Ein Veranstaltungsplakat mit den Köpfen der mutmaßlichen Mitglieder einer Neonazi-Zelle hängt in Kassel neben dem Tatort, an dem 2006 Halit Yozgat getötetet wurde (Bild: dpa)

Dem NSU-Trio werden zehn Morde angelastet.  

Wie am Samstag weiter bekannt wurde, soll zudem eine DNA-Spur nach Brandenburg führen. Im Fokus stehen nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa Funde aus dem NSU-Wohnmobil in Eisenach, in dem sich die NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos 2011 erschossen hatten. Sie sollen mit einem Kfz-Diebstahl in Brandenburg aus dem Jahr 2002 übereinstimmen. Weil der Fall längst verjährt ist, sollen die Akten bei der Staatsanwaltschaft inzwischen vernichtet worden sein.

Das Innenministerium in Potsdam hat dies allerdings bestritten. "Es gibt keinen Fahrzeugdiebstahl in Brandenburg, auf den diese Behauptung zutrifft. Es gab daher auch kein diesbezügliches entsprechendes Ermittlungsverfahren in Brandenburg. Daher können auch keine Ermittlungsakten vernichtet worden sein", erklärte der stellvertretende Sprecher des brandenburgischen Innenministeriums, Wolfgang Brandt, am Samstag.

Die NSU war im vergangenen November aufgeflogen. Den drei mutmaßlichen Mitgliedern Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt werden mindestens zehn Morde angelastet. Mundlos und Böhnhardt sind tot, Zschäpe sitzt in Haft. Bevor sie sich der Polizei stellte, hatte sie das Versteck in Zwickau in die Luft gesprengt.

Stand vom 22.09.2012

Dieser Beitrag gibt den Sachstand vom 22.09.2012 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

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