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Mehrere tausend Demonstranten haben am Mittwoch vor dem Brandenburger Tor in Berlin gegen die Politik des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan protestiert. Nach Angaben des Generalsekretärs der Alevitischen Gemeinde Deutschland, Dogan, versammelten sich zeitweise knapp 5.000 Menschen.
Durch die antidemokratische Politik Erdogans existierten in der Türkei keine Minderheitenrechte, kritisierte Dogan. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dürfe diese "Minderheitenpolitik" nicht tolerieren, da sie nicht den Anforderungen der EU entspreche.
Nach Angaben der Veranstalter nahmen Menschen aus 42 Gruppierungen an der Kundgebung auf dem Platz des 18. März teil. Aufgerufen zu der Protestaktion hatten die Alevitische Gemeinde Berlin und die Gesellschaft für bedrohte Völker. Zu den Teilnehmern gehörten auch Mitglieder weiterer Verbände und Organisationen der in Deutschland lebenden Kurden, Aleviten, Yeziden, Assyrer und Armenier. Sie werfen dem türkischen Ministerpräsidenten vor, ethnische und religiöse Minderheiten in der Türkei zu diskriminieren und zu unterdrücken. Kritische Journalisten, Menschenrechtler und Oppositionelle würden gezielt verfolgt und in Haft genommen.
Roth fordert Einsatz für mehr Demokratie
Unter den Demonstranten am Brandenburger Tor war auch die Bundesvorsitzende der Grünen, Claudia Roth. Sie sagte, Bürger- und Menschenrechte dürften in der Türkei nicht mit Füßen getreten werden. Von Ministerpräsident Erdogan forderte sie den Einsatz für mehr Demokratie.
Parallel zu der Demonstration fand im Kanzleramt ein Treffen Erdogans mit Merkel statt. Dabei sagte die Kanzlerin der Türkei Unterstützung beim Kampf gegen die kurdische Untergrundorganisation PKK zu.
Übergriffe gegen Aleviten in der Türkei während des Ramadans
Zuletzt hatten im August mehrere tausend Menschen in Berlin gegen Übergriffe auf Aleviten in der Türkei protestiert. Zu der Protestkundgebung kamen damals auch mehrere Mitglieder des Berliner Abgeordnetenhauses wie Björn Eggert (SPD), Özcan Mutlu (Grüne) und Hakan Tas (Linke).
Die Aleviten sind Muslime, die sich nicht an das Fastengebot im Ramadan gebunden fühlen. In der anatolischen Stadt Malatya war es deshalb vor einigen Tagen zu Zusammenstößen zwischen Aleviten und islamischen Sunniten gekommen.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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