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Nach Ende der Herbstferien in Berlin und Brandenburg am Montag ist auch die Diskussion um das Schulessen wieder neu entfacht.
Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf forderte vom Senat höhere Zuschüsse für die Schulspeisung. Bezirksstadträtin Elfi Jantzen (Grüne) sagte dem rbb, der Bezirk sei nicht in der Lage mehr zu zahlen, als er jetzt bereits zahlt. Darum sei nun der Senat in der Pflicht: "Ich denke, wir haben Ganztagsschulen, wir wollen, dass Kinder den ganzen Tag in der Schule auch gut lernen können, dafür brauchen wir ein gesundes Essen und da sind in erster Linie tatsächlich jetzt das Land und der Senat und das Abgeordnetenhaus in der Pflicht."
Derzeit stünden für ein Kind pro Mahlzeit 2,20 Euro zur Verfügung, benötigt würden aber 3,90 Euro. Eine schnelle Lösung des Problems sei nun eigentlich nötig. Jantzen erklärte, sie rechne allerdings frühestens im kommenden Jahr mit einer Entscheidung.
Gesundheitsverwaltung lobt Noro-Krisenmanagement
Im Rückblick auf das Handeln der Verantwortlichen in den Schulen und Verwaltungen mit dem massenhaften Befall von Schulessen durch Noro-Viren hat die Gesundheitsverwaltung das Verhalten der Behörden gelobt.
Gesundheits-Staatssekretärin Emine Demirbüken-Wegner (CDU) sagte am Montag in Berlin, die verschiedenen Stellen hätten gut zusammen gearbeitet. Die Behörden hätten sehr besonnen und sehr erfolgreich auf eine der größten Epidemien der letzten Jahrzehnte reagiert. Unter anderm lobte sie, dass sofort ein Koordinierungszentrum eingerichtet und Informationen im Internet bereitgestellt wurden.
Der Grünen-Gesundheitsexperte Heiko Thomas kritisierte indessen, dass die Verantwortlichen erst zwei Tage nach Ausbruch der Epidemie reagiert hätten. Diese Frist wäre bei einem gefährlicheren Erreger zu lang gewesen, so Thomas.
Landrätin Gurske: Kommunen und Schulen müssen über Sodexo entscheiden
In Brandenburg kündigten die Behörden an, nun keine allgemeinen Empfehlungen zum Schulessen für die einzelnen Einrichtungen mehr zu geben. Nach der Magen-Darm-Epidemie hätte jedes Haus nun einzeln zu entscheiden, ob der Großcaterer Sodexo weiter liefern soll, sagte die Vize-Landrätin des Kreises Teltow-Fläming, Kirsten Gurske (Linke), am Montag dem rbb.
Darüber müssten sich die Gemeinden als Schulträger nun mit den Eltern und den Schulen auseinandersetzen. Die Linken-Politikerin wies in diesem Zusammenhang ebenfalls auf den Widerspruch zwischen dem Wunsch nach preiswertem Schulessen hin und der Frage nach den Kosten dafür, Schulessen vor Ort zu kochen.
Nachdem vor den Ferien mehr als 10.000 Kinder an Schulen und Kitas in Ostdeutschland durch Essen des Großcaterers Sodexo an einer Vireninfektion erkrankt waren, war die Versorgung der Schulkantinen durch regionale Anbieter gefordert worden. Auslöser der Brechdurchfälle sollen Noroviren in Tiefkühl-Erdbeeren aus China gewesen sein.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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