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Für die 500.000 von den Nazis ermordeten Sinti und Roma ist am Mittwoch in Berlin ein zentrales Denkmal eingeweiht worden.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sicherte bei dem Festakt vor dem Reichstagsbebäude den Sinti und Roma ein entschiedenes Eintreten Deutschlands für deren Rechte zu. Die Minderheit leide auch heute noch unter Ausgrenzung und müsse um ihre Rechte kämpfen, sagte Merkel bei der Einweihung des zentralen Mahnmals. Es sei eine deutsche und eine europäische Aufgabe, die Sinti und Roma in diesem Kampf zu unterstützen, wie und wo auch immer sie leben.
Der Einweihung des Mahnmals wohnten Bundespräsident Joachim Gauck Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) bei. Auch mehr als 100 Überlebende des Völkermords vor und während des Zweiten Weltkriegs waren zugegen.
Rose warnt vor neuem Rassismus gegen Sinti und Roma
Der oberste Roma-Vertreter Romani Rose warnte bei dem Festakt vor einem neuen Rassismus gegen Sinti und Roma. Dieser Rassismus richte sich nur vordergründig gegen seine Minderheit. Tatsächlich aber würde mit Intoleranz die Demokratie und die demokratischen Werte insgesamt in Frage gestellt. "Hier genügen keine Verbote - die Ächtung jedweder Gewalt muss in der ganzen Gesellschaft Platz greifen."
Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) zeigte sich erleichtert, dass das Denkmal nun endlich vollendet sei. "Das Mahnmal kommt zwar spät, aber es ist nicht zu spät", sagte Neumann im rbb. Es sei wichtig, dass die Überlebenden die Einweihung noch miterleben dürften. Zudem stünden alle Faktionen des Bundestages und auc auch die Opfergruppen hinter dem Entwurf. Dies sei "dann doch ein wichtiges Zeichen".
Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sprach sich dafür aus, das Mahnmal als Mahnung zu verstehen, um verstärkt für Toleranz gegenüber Sinti und Roma einzutreten. Fremdenfeindliche Angriffe dürften nicht hingenommen werden.
Täglich eine frische Blume auf dem Denkmal
Die Gestaltung der Gedenkstätte verantwortet der israelische Künstler Dani Karavan. Er schuf eine runde, schwarze Wasserschale, die Symbol für Tod, Vernichtung und neues Leben sein soll. In der Mitte des Beckens wird auf einer versenkbaren, dreieckigen Stele täglich eine frische Blume liegen.
Die Errichtung des Denkmals geht auf einen Beschluss der Bundesregierung von 1992 zurück. Sie erfüllte damit eine lange bestehende Forderung des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma. Um die Inschrift des Denkmals gab es danach aber jahrelange Kontroversen zwischen verschiedenen Opferverbänden. Ein wesentlicher Streitpunkt war, wie die Opfergruppe zu bezeichnen sei.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/nachrichten/politik/2012_10/denkmal_fuer_die_ermordeten.html