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Trotz der am Dienstagabend ausgehandelten Honorarerhöhung um bis zu 1,27 Milliarden Euro für Deutschlands Kassenärzte standen einige Patienten am Mittwoch vor geschlossenen Praxen.
Dem Streikaufruf folgten am Mittwoch allerdings weit weniger Ärzte als zunächst befürchtet. Vor der Zentrale des Krankenkassen-Verbands in Berlin versammelten sich gut 100 Ärzte und Angestellte mit Transparenten und Trillerpfeifen. Auch an anderen Orten des Protestes gingen am Vormittag nach einer ersten Übersicht jeweils nur wenige hundert Mediziner für eine bessere Bezahlung auf die Straße.
Brandenburger Praxen fast gar nicht betroffen
Brandenburg blieb, wie die Kassenärztliche Vereinigung schon im Vorfeld vermutet hatte, größtenteils von den Praxis-Schließungen verschont. "Wir gehen davon aus, dass etwa 95 Prozent der Arztpraxen im Land geöffnet
haben", sagte deren Sprecher, Ralf Herre. "Wir haben nicht zu den Protesten aufgerufen."
Dennoch bleibe abzuwarten, welche Auswirkung die bundesweite Einigung im Honorarstreit für die Ärzte im Land habe. Die Verhandlungen mit den Krankenkassen auf Landesebene stünden noch aus. Weitere Proteste schloss Herre daher nicht aus.
Die Protest-Organisatoren - eine Allianz von Ärzteverbänden, die nicht an den Verhandlungen beteiligt waren - waren im Vorfeld von insgesamt bis zu 30.000 Protestierenden ausgegangen. "Wir wollen deutlich machen, dass das ein schmerzhafter Kompromiss ist", sagte der Berliner Frauenarzt Axel Eisinger, der zu den Organisatoren einer Demonstration in Berlin gehört.
Honorare sollen um bis zu bis 1,27 Milliarden Euro steigen
Der am Dienstagabend erzielte Kompromiss sieht vor, dass die Honorare für die rund 150.000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten im kommenden Jahr um 1,15 bis 1,27 Milliarden Euro steigen. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) einigten sich nach einem achtstündigen Verhandlungsmarathon in Berlin auf ein entsprechendes Ergebnis.
Die Vereinbarungen sollen am 22. Oktober im gemeinsamen Bewertungsausschuss offiziell beschlossen werden und wenden nach monatelangem erbitterten Streit einen Schlichterspruch ab. Das Honorarplus beläuft sich auf drei bis vier Prozent, wie der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung (KBV), Andreas Köhler, sagte. Die KBV hatte ursprünglich 3,5 Milliarden Euro mehr verlangt. Die Kassen waren zunächst nur zu einem Plus von 900 Millionen Euro bereit.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/nachrichten/politik/2012_10/honorarstreit_mit.html